Afghanistan

Nato kann sich früheren Truppenrückzug vorstellen

Foto: AFP

Afghanistans Präsident Karsai fordert, die internationalen Truppen sollten schneller aus Afghanistan abziehen. Die Nato zeigt sich dafür offen.

Nach der Abzugsforderung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai hat sich die Nato offen für einen beschleunigten Truppenrückzug gezeigt. Die Nato stehe zu dem Ziel, die Übergabe der vollständigen Sicherheitsverantwortung an die Afghanen „so schnell wie praktisch möglich“ zu erreichen, sagte Bündnissprecherin Oana Lungescu.

Auf dem Nato-Gipfel Ende Mai werde festgelegt, wie der Übergangsprozess „erfolgreich und verantwortungsvoll abgeschlossen werden kann“. Das bisherige offizielle Datum für das Auslaufen des Militäreinsatzes ist Ende 2014. Dieses Datum nannte Lungescu am Donnerstag aber nicht mehr.

Bundeswehrverband warnt vor Hast

Nach dem Amoklauf eines US-Soldaten am vergangenen Sonntag fordert Karsai nun, die internationalen Truppen sollten sich sofort in ihre Kasernen zurückziehen und schon 2013 – also ein Jahr früher als geplant – das Land verlassen.

Der Deutsche Bundeswehrverband warnte vor einem überhasteten Abzug aus Afghanistan. „Es ist einiges erreicht worden – das dürfen wir jetzt nicht vorschnell aufgeben“, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch dem „Tagesspiegel“. „Dazu kommt, dass wir die Kräfte, die noch im Land bleiben, nicht durch Abzugsbewegungen gefährden dürfen.“

Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour ergänzte, Karsais Schritt zeige, wie der innenpolitische Druck auf den Präsidenten nach der vergangenen Woche gewachsen sei.

( dapd/dpa/smb )

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