Atom-Konflikt mit dem Iran

Israel soll den US-Wahlkampf nicht stören

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Foto: action press

Die USA liefern Israel hochmoderne Waffen und andere Rüstungsgüter. Im Gegenzug soll das Land auf Luftangriffe gegen iranische Atomanlagen verzichten - zumindest bis die US-Präsidentschaftswahl gelaufen ist.

Die USA haben Israel einem Medienbericht zufolge im Gegenzug für einen Verzicht 2012 auf Luftangriffe gegen den Iran moderne Waffen und weitere Rüstungsgüter versprochen. Die israelische Zeitung "Ma'ariv" berichtete, die US-Regierung habe Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei seinem Besuch die Lieferung von bunkerbrechenden Raketen und Tankflugzeugen in Aussicht gestellt.

Israel müsse dafür aber mögliche Luftangriffe gegen iranische Atomanlagen auf frühestens 2013 und damit auf die Zeit nach der US-Präsidentschaftswahl im November verschieben, hieß es unter Berufung auf westliche Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter.

Die Lieferung von modernen bunkerzerstörenden Raketen könnte das Zeitfenster für einen möglichen israelischen Luftangriff erweitern, berichtete "Ma'ariv". Denn dann könnte Israel auch zuschlagen, wenn der Iran die Atomanlagen tiefer unter die Erde verlegt habe. Das israelische Nachrichtenportal "Ynet" berichtete diese Woche, dass die israelische Rüstungsschmiede IMI MPR-500-Bomben zu bunkerbrechenden Bomben weiterentwickelt habe; diese könnten zwei Meter dicken Beton durchschlagen.

Pentagonchef lässt die Muskeln spielen

Ein Militärschlag der USA gegen den Iran hätte nach Einschätzung von Pentagonchef Leon Panetta weit zerstörerischere Folgen als ein Angriff Israels auf die Atomanlagen des Landes. Sollten sich die Israelis zu einem Angriff entscheiden, werde das „zweifellos Auswirkungen haben“, sagte der US-Verteidigungsminister am Donnerstag dem Magazin „National Journal“. Diese wären aber um ein Vielfaches verheerender, wenn die USA angriffen.

Der ehemalige Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Meir Dagan, warnte vor einem übereilten Angriff auf die iranischen Atomanlagen. Solange nicht alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, sei dies „nicht der richtige Weg“, sagte er dem US-Sender CBS in einem Interview. Er erklärte darin auch, er habe Vertrauen in Obama, der gesagt habe, er lasse nicht zu, dass der Iran sich zu einer Atommacht entwickle.

Die UN-Vetomächte und Deutschland riefen Teheran zu einem "ernsthaften Dialog" über sein Atomprogramm auf. Nur so könne die iranische Regierung die Zweifel an ihren Absichten ausräumen, hieß es in der Erklärung, die dem Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien vorgelegt wurde. Am Dienstag hatte die Sechsergruppe aus China, Frankreich, Großbritannien, Russland, den USA und Deutschland Teheran eine Wiederaufnahme der Atomgespräche angeboten. Der Iran warnte daraufhin, die Verhandlungen würden scheitern, wenn versucht werde, neuen Druck auf Teheran auszuüben.

( AFP )

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