Drogenkriminalität

USA verdächtigen Vatikan der Geldwäsche

Zum ersten Mal erscheint der Vatikan in einem Bericht des US-Außenministeriums zum Kampf gegen Drogenkriminalität. Experten prüfen auch die sogenannte Vatikanbank.

Die USA haben den Vatikan auf eine Liste von 68 Staaten gesetzt, die wegen des Verdachts auf Geldwäsche beobachtet werden. Erstmals erscheint der Heilige Stuhl im jährlichen Strategiebericht des US-Außenministeriums zum Kampf gegen Drogenkriminalität.

Der aktuelle Report bemängelt, dass der Heilige Stuhl sich an bestimmten internationalen Abkommen nicht oder nur unter Vorbehalt beteilige. Genannt werden das Übereinkommen gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität – die sogenannte Palermo-Konvention – und die UN-Konvention gegen Korruption, ferner die UN-Konventionen gegen Drogenhandel und Terrorfinanzierung.

Nicht beanstandet wird hingegen die vatikanische Praxis, was die Kriminalisierung von Geldwäsche, Schmiergeldzahlungen und Terrorfinanzierung sowie die Identifizierung und Meldung verdächtiger Geldanlagen und Transaktionen betrifft.

Ausdrücklich vermerkt das State Department auch den Beitritt des Heiligen Stuhls im April 2011 zum Expertenkomitee für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (Moneyval). Diesem Ausschuss des Europarats gehören 28 europäische Staaten an. Der Vatikan und Israel haben Beobachterstatus.

Die Finanzorgane des Heiligen Stuhls werden derzeit von Moneyval begutachtet. Im Mittelpunkt der Prüfung steht die sogenannte Vatikanbank, das „Institut für die religiösen Werke“ (IOR). Moneyval will im Juni entscheiden, ob der Vatikan auf die Weiße Liste jener Länder kommt, die internationale Standards im Kampf gegen Geldwäsche und dubiose Finanzgeschäfte einhalten.

Ende 2010 hatte Papst Benedikt XVI. eine vatikanische Finanzaufsichtsbehörde geschaffen, die über Beachtung der entsprechenden Normen wachen soll.

( KNA/sara )

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