Atomstreit

Israel kalkuliert iranische Raketen auf Tel Aviv ein

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Um eine iranische Atombombe zu verhindern, nimmt Israel einiges in Kauf – auch einen Raketenangriff auf Tel Aviv. Es sei das kleinere Übel.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würde einem Zeitungsbericht zufolge Raketenangriffe auf Tel Aviv in Kauf nehmen, um eine iranische Atombombe zu verhindern.

Der Regierungschef sei anders als US-Präsident Barack Obama überzeugt, dass sich die Führung in Teheran mit Sanktionen und Diplomatie nicht von ihrem Streben nach Atomwaffen abbringen lasse, schrieb die Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf einen ungenannten israelischen Regierungsvertreter.

Da die iranische Führung Israel nach Netanjahus Überzeugung zerstören wolle, halte er israelische Opfer und Schäden durch konventionelle Vergeltungsschläge Teherans im Vergleich zu iranischen Atomwaffen für das kleinere Übel.

Netanjahu hatte während seines US-Besuchs aber Medienberichten zufolge auch betont, dass er noch keine Entscheidung über einen Angriff gegen den Iran getroffen habe. Obama hatte ihn aufgerufen, Sanktionen Zeit zu geben und im Gegenzug versprochen, im äußersten Fall den iranischen Atomkurs militärisch zu stoppen.



Unterdessen berichtete die kanadisch-jüdische Zeitung "The Jewish Post & News", der israelische Zivilschutz sei nicht auf Vergeltungsschläge vorbereitet. Demnach gebe es für 1,7 Millionen der rund 7 Millionen Menschen in Israel keine Schutzräume, und nur 60 Prozent der Menschen hätten Gasmasken, um sich gegen chemische oder biologische Angriffe zu schützen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf den Vorsitzenden des Knesset-Unterausschusses für Zivilverteidigung, Zeev Bielski.

Verteidigungsminister Ehud Barak hatte Ende vergangenen Jahres jedoch behauptet, es sei im Kriegsfall nicht einmal mit 500 Toten in Israel zu rechnen.

( dpa/jm )

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