Protest gegen China

Serie von Selbstverbrennungen in Tibet hält an

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Ein junger Tibeter hat sich aus Protest gegen die Besetzung Tibets selbst angezündet. Es ist bereits der dritte Vorfall dieser Art in drei Tagen.

Ein weiterer junger Tibeter hat sich aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über das tibetische Volk selbst angezündet und umgebracht. Es war die dritte Selbstverbrennung in nur drei Tagen. Exiltibetische Gruppen und Tibetaktivisten berichteten am Dienstag, der 18-jährige Dorjee habe sich in Chara im Kreis Aba in der südwestchinesischen Provinz Sichuan mit Benzin übergossen und in Brand gesetzt. Er sei noch auf der Stelle gestorben.

Vorher sei er noch in ein Büro chinesischer Behörden gegangen und habe Parolen gegen die chinesische Politik in Tibet gerufen, wie der amerikanische Sender Radio Free Asia (RFA) unter Berufung auf exiltibetische Quellen berichtete. Erst am Wochenende hatte sich in Aba eine 32-jährige Tibeterin sowie in der Provinz Gansu eine 19-jährige Schülerin auf diese Weise umgebracht. Seit 2009 wurden 26 Selbstverbrennungen gezählt. 18 Tibeter kamen dabei ums Leben .

Chinas Führung ignoriert Proteste

"Die dritte Selbstverbrennung in drei Tagen unterstreicht, dass die Tibeter mit ihren Protesten nicht aufhören werden, solange ihren Rufen nach Frieden nicht nachgekommen wird ", sagte die Direktorin der in London ansässigen Organisation Free Tibet, Stephanie Brigden. "Die internationale Gemeinschaft muss sofort etwas tun."

Die neue Selbstverbrennung geschah am Tag der Eröffnung der diesjährigen Tagung des chinesischen Volkskongresses in Peking. Am 10. März begehen die Tibeter den Jahrestag der Flucht ihres religiösen Oberhauptes, des Dalai Lama, 1959 ins indische Exil. Vor vier Jahren brachen an dem Jahrestag in Tibet schwere Unruhen gegen die chinesische Herrschaft aus.

Auf dem Volkskongress beschwört Regierungschef Wen Jiabao indes die Einheit der unterschiedlichen Volksgruppen in China. Ohne auf die seit Monaten andauernden Unruhen in den tibetisch bewohnten Gebieten einzugehen, sprach sich Regierungschef Wen Jiabao in seinem Rechenschaftsbericht vor den 3000 Delegierten des Volkskongresses für die Einigkeit aus. "Nur wenn die ethnischen Gruppen vereint sind und für die Entwicklung aller arbeiten, kann China Wohlstand erreichen."

( dpa/mac )

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