Iran

Ahmadinedschads Schwester ficht die Wahl an

Foto: dpa / dpa/DPA

Bei der iranischen Parlamentswahl scheiterte Parvin Ahmadinedschad mit ihrer Kandidatur. Jetzt beklagt die Schwester des Präsidenten Unregelmäßigkeiten bei der Wahl.

Ausgerechnet die Schwester des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Parvin Ahmadinedschad, ficht die Parlamentswahl wegen Unregelmäßigkeiten an. Bei der Wahl am Freitag hatte Ahmadinedschads Lager eine herbe Niederlage erlitten. Parvin Ahmadinedschad scheiterte mit ihrer Kandidatur in Ahmadinedschads Heimatstadt Garmsar im Mitteliran. Das will sie nicht akzeptieren.

„Wir sollten unsere Freunde nicht mit solchen Anschuldigungen beglücken, doch in Garmsar wurden einige Verfehlungen beobachtet und ich werde deswegen eine Beschwerde an das Gouverneursamt schicken“, erklärte Parvin Ahmadinedschad der Zeitung „Schark“. Ihrem Bruder wurden bei seiner Wiederwahl als Präsident 2009 ebenfalls Fälschungsvorwürfe gemacht.

Nach inoffiziellen Schätzungen haben die dem Klerus nahestehenden konservativen Prinzipalisten mit rund 70 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl einen erdrutschartigen Wahlsieg errungen. Sie scharen sich um den Parlamentspräsidenten Ali Laridschani.

Ahmadinedschads Anhänger kamen auf 20 Prozent und Unabhängige auf 10 Prozent. Da es kein Parteiensystem im westlichen Sinne gibt, ist es aber nicht immer einfach, Kandidaten politisch zuzuordnen. Ahmadinedschads Schweigen wurde als Eingeständnis seiner Niederlage gewertet.

Im ersten Wahlgang am Freitag setzten sich 224 Kandidaten durch. Für 66 Mandate werde es im April eine Stichwahl geben, berichtete das staatliche Fernsehen am Montag. Davon entfallen 25 auf Teheran. Die Wahlbeteiligung wird mit 64,2 Prozent angegeben; die Opposition zweifelt das an.

( dpa/jm/mcz )

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos