Ali Laridschani

Erzfeind Ahmadinedschads auf Kurs ins Präsidentenamt

Irans Parlamentspräsident Laridschani steht seit Jahren auf Kriegsfuß zu Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Jetzt gilt er als aussichtsreichster Kandidat für dessen Nachfolge.

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Der iranische Parlamentssprecher Ali Laridschani geht nach der Parlamentswahl auf Siegeskurs . Bei der Parlamentswahl deklassierte der konservative Flügel um Laridschani das Lager um Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Der 53-Jährige gewann auch persönlich den Popularitätstest. Laridschani sicherte sich mit sehr großer Zustimmung ein Mandat in Ghom. Er ist damit aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentenwahl im kommenden Jahr.

Anders als Ahmadinedschad ist Laridschani ein enger Vertrauter des geistlichen Führers und Staatsoberhauptes, Ajatollah Ali Chamenei. Er gehört zur älteren Politikergeneration, die loyal zu den Prinzipien der Islamischen Revolution von 1979 steht und den absoluten Führungsanspruch von Chamenei unterstützt. Sein konservatives Netzwerk nennt sich deshalb „die Prinzipalisten“.

Laridschani bezeichnete das Atomprogramm seines Landes einmal als „Symbol der Würde des iranischen Volkes“. Von 2005 bis 2007 war er Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrats und damit Chefunterhändler im Atomstreit.

Ein Ende des Programms kommt für ihn nicht infrage. Allerdings meinen Beobachter im Iran, dass Laridschani offener für „rationale Kompromisse“ sein könnte. Aber das letzte Sagen haben Chamenei und dessen Berater.

Der promovierte Philosoph wurde 1958 im irakischen Nadschaf geboren und machte zunächst einen Abschluss in Mathematik und Computerwissenschaften. Unter Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani war er Kulturminister.

1994 wurde er von Chamenei zum Chef des staatlichen Fernsehens IRIB ernannt. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Sender zum Sprachrohr der damaligen konservativen Opposition gegen die Reformpolitik des ehemaligen Präsidenten Mohammed Chatami.

Laridschani kandidierte bereits einmal für das Präsidentenamt. Allerdings bekam er 2005 nur knapp sechs Prozent der Stimmen und unterlag dem damaligen Sieger Ahmadinedschad haushoch. Laridschani sollte dessen rechte Hand werden. Nur zwei Jahre später waren die Differenzen zwischen den politischen Weggefährten unüberbrückbar. Heute gelten sie als Erzfeinde.