Mutmaßlicher Wikileaks-Informant

US-Soldat Manning für Friedensnobelpreis nominiert

231 Kandidaten sind für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden: Darunter auch Bill Clinton und der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning.

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Der frühere US-Präsident Bill Clinton, der als mutmaßlicher Informant der Enthüllungswebsite Wikileaks angeklagte US-Soldat Bradley Manning und die Europäische Union sind in diesem Jahr für den Friedensnobelpreis nominiert.

Wie der Leiter des Nobelinstituts, Geir Lundestad, sagte, wurden diesmal 231 Kandidaten vorgeschlagen, darunter 43 Organisationen. Lundestad sagte ohne Namen zu nennen, unter den Kandidaten seien neben bereits früher vorgeschlagenen Persönlichkeiten einige „bekannte und unbekannte“ Neulinge.

Die Identität der Bewerber wird traditionell geheim gehalten. Jeder, der zum Einreichen von Vorschlägen berechtigt ist, darf jedoch seinen Kandidaten öffentlich nennen. So wurde bekannt, dass sich unter der Nominierten unter anderem die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko befindet.

Überdies zählen die kubanischen Dissidenten Oswaldo Paya und Yoani Sanchez, der tunesische Präsident Moncef Marzouki und der arabische Fernsehsender Al-Dschasira zu den Kandidaten. Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl sowie die russische Menschenrechtsorganisation Memorial stehen erneut auf der Liste.

Gewaltloser Einsatz für Frauenrechte

Das Vorschlagsrecht für den Preis haben tausende Persönlichkeiten, neben Parlamentariern unter anderem Minister, Vertreter internationaler Organisationen, einige Hochschulprofessoren und ehemalige Preisträger. Der diesjährige Laureat wird im Oktober bekanntgegeben.

Im vergangenen Jahr erhielten Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die aus demselben Land stammende Friedensaktivistin Leymah Gbowee und die jemenitische Menschenrechtsaktivistin Tawakkul Karman die Auszeichnung. Sie wurden für ihren gewaltlosen Einsatz für Frauenrechte und ihr Eintreten für den Frieden geehrt.