Pakistan

Letztes Versteck von Osama bin Laden abgerissen

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Foto: AFP

Pakistan hat damit begonnen, den letzten Unterschlupf von Osama bin Laden einzureißen. US-Spezialtruppen hatten den al-Qaida-Führer dort vor knapp einem Jahr erschossen. Die Villa solle kein Wallfahrtsort weren, heißt es.

Pakistanische Sicherheitskräfte haben mit dem Abriss des letzten Verstecks von Osama bin Laden begonnen. Der al-Qaida-Chef war dort im Mai von einer US-Spezialeinheit getötet worden. Wie pakistanische Medien am Sonntag berichteten, begannen Bautrupps am Vorabend mit schwerem Gerät und unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen den Abbruch des Gebäudes in der nordpakistanischen Stadt Abbottabad. Zwischen den aufgerissenen Wänden der fast leeren Zimmer waren Schränke und ein Stuhl zu sehen.

Zuvor hatten bewaffnete Sicherheitskräfte alle Zufahrten weiträumig abgeriegelt, Journalisten sollen darn gehindert worden sein, sich dem Areal zu nähern oder Fotos zu machen.

Medien berichteten unter Berufung auf örtliche Beamte, Anlass für den Abriss sei der anhaltende Strom von Schaulustigen gewesen, der ein Sicherheitsrisiko für die Gegend dargestellt habe. Das Haus liegt in der Nähe einer Militärakademie. „Der Abriss war unvermeidbar“, sagte der Anwohner Atif Ali. „Die Regierung hat Angst, dass die Leute das Gelände zu einem Wallfahrtsort oder etwas ähnlichem machen.“

Bislang seien etwa drei Viertel des Gebäudekomplexes abgerissen worden, sagte Polizeisprecher Nazir Ahmad am Sonntag. Bis Schutt und Trümmer vollständig abtransportiert seien, werde es noch mehrere Tage dauern.

Bin Laden war im Mai vergangenen Jahres bei einer geheimen und eigenmächtigen Kommandoaktion des US-Militärs in dem von hohen Mauern umgebenen Anwesen aufgespürt und getötet worden. Unmittelbar nach dem Einsatz wurde seine Leiche den USA zufolge auf hoher See bestattet.

Bin Laden soll sich mit seinen Getreuen sowie mehreren Ehefrauen und Kindern mindestens fünf Jahre lang in dem Haus versteckt gehalten haben.

Die Tötung Bin Ladens hatte die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA erheblich belastet. Ranghohe Vertreter der US-Regierung haben seitdem immer wieder Verwunderung darüber geäußert, dass der Top-Terrorist jahrelang unbehelligt in Abbottabad untertauchen konnte.

Es wird vermutet, dass er Unterstützer im pakistanischen Militärgeheimdienst ISI hatte. Pakistanische Regierung und Armeeführung bestreiten das.

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