Griechenland

Ex-Außenministerin beklagt deutsche Respektlosigkeit

Die griechische Ex-Außenministerin Dora Bakoyannis geißelt kritische Äußerungen von Wolfgang Schäuble. Viele Griechen würden diese als "erniedrigend" empfinden.

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Die frühere griechische Außenministerin Dora Bakoyannis hat von der Bundesregierung mehr Respekt vor ihrem Land gefordert. „Man kann nicht einem ganzen Volk das Misstrauen aussprechen“, sagte Bakoyannis der „Frankfurter Rundschau“.

Zwar teile sie die Einschätzung, das Griechenland seine Hausaufgaben erledigen müsse, bevor es neue Hilfen bekommen könne. Inzwischen hätten die Griechen aber alle verlangten Reformen und Sparprogramme verabschiedet.

„Man kann einem Volk in einer so schweren Zeit nicht auch noch den Respekt versagen“, sagte die Vorsitzende der neu gegründeten Partei Demokratische Allianz.

"Die Griechen empfinden solche Worte als erniedrigend"

Insbesondere kritisierte Bakoyannis Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Ein ausländischer Politiker darf einem Volk und den Parteien eines anderen Landes nicht diktieren, wann Wahlen stattfinden sollen.“

Schäuble hatte den Griechen nahe gelegt, die Wahlen im April zu verschieben, damit die Hilfszusagen der Eurogruppen nicht durch einen Regierungswechsel in Frage gestellt werden können. Möglicherweise habe Schäuble seine Äußerungen gut gemeint, sagte Bakoyannis. „Aber die Griechen empfinden solche Worte als erniedrigend.“

Mit seiner auf Griechenland bezogenen Äußerung, die Euro-Länder könnten ihre Hilfszahlungen „nicht in ein Fass ohne Boden schütten“, hatte Schäuble bereits den Zorn von Griechenlands Staatschef Karolos Papoulias auf sich gezogen. Dieser warf Schäuble am Mittwoch vor, Griechenland zu verhöhnen.