Atomkonflikt mit dem Iran

Teheran stoppt Öllieferungen an sechs EU-Länder

Als Reaktion auf das Ölembargo der EU hat Teheran am Mittwoch offenbar seinerseits den Export von Erdöl in sechs Länder der Europäischen Union gestoppt. Betroffen davon seien Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Portugal und die Niederlande.

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Der Iran setzt im internationalen Streit um sein Atomprogramm weiter auf Konfrontation: Nach einem von der EU verhängten Öl-Embargo stoppte Teheran am Mittwoch offenbar von sich aus die Exporte in sechs europäische Staaten. Betroffen seien Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Portugal und die Niederlande, berichtete das Staatsfernsehen. Unterdessen wurde ein Forschungsreaktor im Norden der iranischen Hauptstadt der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge mit Brennstäben aus eigener Produktion bestückt.

Der Iran hat staatlichen Medienberichten zufolge einen Forschungsreaktor mit den ersten selbstproduzierten Brennstäben bestückt. An der Zeremonie in dem Reaktor in Teheran, die live vom iranischen Staatsfernsehen übertragen wurde, nahmen am Mittwoch unter anderem Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Fereidun Abbassi Dawani, teil.

Zusammen mit weiteren Besuchern in weißen Schutzanzügen beobachteten sie, wie ein mit Metall ummantelter Brennstab, der dem Bericht zufolge im Iran produziert wurde, in das Reaktorbecken eingesetzt wurde. Anschließend zeigte der Sender Archivbilder von mehreren iranischen Atomwissenschaftlern, die in den vergangenen zwei Jahren bei Anschlägen getötet worden waren.

Die EU hat selbst ein Importstopp für iranisches Öl verhängt

In der Atomanlage in Natans wurden Medienberichten zufolge unterdessen neue Zentrifugen in Betrieb genommen. Am Mittwoch sei die erste Einheit dieser Zentrifugen zur Urananreicherung aktiviert worden, sagte Abbassi Dawani in einer Rede, die vom Staatsfernsehen übertragen wurde. Sie seien „dreimal so leistungsfähig“ wie die Zentrifugen der ersten Generation. Ihre Inbetriebnahme sei eine „starke und dokumentierte Antwort“ auf die „Sabotage“ der westlichen Länder. Wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete, wurden die Zentrifugen im Iran hergestellt und in der Anlage in Natans installiert.

Zuvor hatte das Staatsfernsehen berichtet, Ahmadinedschad werde im Laufe des Tages mehrere Fortschritte des iranischen Atomprogramms verkünden. Dabei sollte es demnach unter anderem um neuartige Zentrifugen gehen. Der Westen wirft dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, und verhängte seit dem Jahr 2007 immer striktere Strafmaßnahmen gegen das Land. Die iranische Führung

Ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel erklärte am Mittwoch zunächst, es lägen noch keine Informationen über einen Exportstopp Teherans vor. Bereits vor Tagen hatte der iranische Ölminister Rostam Kasssemi erklärt, der Iran könnte die Öllieferungen an europäische Länder einstellen, die er im Streit um sein Atomprogramm als „feindselig“ betrachte. Teheran hat erklärt, dass das von der EU angekündigte Öl-Embargo seiner Wirtschaft nicht schaden würde.

Die EU hat selbst ein Importstopp für iranisches Öl verhängt, das aber erst im Juni in Kraft treten soll. Eine Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte, es gebe Versorgungssicherheit für alle EU-Länder. „Man kann Öl auf dem internationalen Markt kaufen“, sagte Sprecherin Marlene Holzner. Die Mitgliedsstaaten würden bei einem Ausbleiben der iranischen Lieferungen zu anderen Anbietern wechseln.