30 Jahre nach Massaker

Präsident von El Salvador bittet um Verzeihung

Es war das wohl größte Blutbad in der Geschichte Lateinamerikas: Im Winter 1981 ermordeten in El Salvador Soldaten etwa 1000 Menschen. Jetzt bat Präsident Mauricio Funes um Verzeihung.

Foto: AFP

Der Präsident von El Salvador, Mauricio Funes, hat am Montag in einer beispiellosen Geste für ein von der Armee vor 30 Jahren begangenes Massaker um Verzeihung gebeten. Funes erklärte bei der Zeremonie, die Vorfälle vom Dezember 1981 im Ort El Mozote seien möglicherweise das größte Massaker im heutigen Lateinamerika gewesen. Zwischen dem 11. und 13. Dezember 1981 hatten während des Bürgerkriegs Soldaten der Spezialeinheit Atlacatl etwa 1000 Menschen ermordet.

Er bat die Familien der Opfer um Vergebung „für die abscheulichen Verstöße gegen die Menschenrechte“, sagte Staatschef Mauricio Funes am Montag (Ortszeit) am Ort der Tat, im Dorf El Mozote im Nordosten der Hauptstadt San Salvador. Dort fand eine Zeremonie anlässlich des 20. Jahrestages der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Staat und linken Rebellen statt, mit dem 1992 der Bürgerkrieg zu Ende gegangen war.

Es seien zahllose Akte der Barbarei sowie der Verletzung von Menschenrechten begangen worden, betonte Funes. Die Soldaten hätten in El Mozote – rund 175 Kilometer östlich der Hauptstadt San Salvador – Unschuldige gefoltert und umgebracht. Frauen und Mädchen seien sexuell missbraucht worden. Im Bürgerkrieg zwischen 1980 und 1992 starben etwa 75.000 Menschen, 8000 werden vermisst.

Im Namen der Opfer forderte María Dorila Márquez die Bestrafung der Schuldigen. Die Straffreiheit müsse ein Ende habe, verlangte sie.

Funes erwähnte in einer weiteren beispiellosen Geste die Namen der drei ranghöchsten Chefs der Spezialeinheit Atlacatl, die nach einer Untersuchung aus dem Jahr 1993 die direkten Verantwortlichen für das Massaker waren. Funes ordnete an, dass die Streitkräfte ihre Geschichte überprüfen.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen