Angriff auf schiitische Pilger

Über 50 Tote bei Selbstmordattentat im Irak

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Die Gewalt im Irak nimmt kein Ende. Ziel sind seit Tagen immer wieder schiitische Pilger. Am Samstag mischten sich die Attentäter trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen unter Gläubige, verteilte erst Kuchen und tötete dann Dutzende Menschen.

Bei einem Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger im Süden des Irak sind am Samstag 53 Menschen getötet worden. Bei der Explosion nahe einer schiitischen Pilgerstätte am Rande der südirakischen Stadt Basra seien zudem 137 Menschen verletzt worden, sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde in der Provinz, Rijad Abdelamir. Der Anschlag ereignete sich am letzten Tag des schiitischen Festes von Arbain.

Wie ein Augenzeuge berichtete, hatte der Attentäter am Vormittag Kuchen an die Pilger verteilt, die auf dem Weg zur Pilgerstätte Chutwa Imam Ali am Rande von Basra waren. Ein Soldat habe jedoch Verdacht geschöpft und versucht, den Attentäter zu seinem Vorgesetzten zu bringen, sagte Kadhim Nasser, der an dem Anschlagsort einen Stand zur Versorgung der Pilger betrieb. Der Attentäter habe den Soldaten jedoch von sich gestoßen und sich in die Luft gesprengt. Dutzende Frauen und Kinder seien unter den Opfern.

Der Anschlag ereignete sich rund fünf Kilometer außerhalb von Basra auf dem Weg zur Pilgerstätte Chutwa Imam Ali. Viele Schiiten pilgern dorthin, wenn sie nicht den längeren Weg nach Kerbala im Zentrum des Irak machen können. Am Samstag feierten dort hunderttausende Schiiten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen das Ende des Festes von Arbain zu Ehren von Imam Hussein. In den vergangenen Tagen waren die Feiern wiederholt von Anschlägen überschattet worden, bei denen dutzenden Menschen ums Leben kamen.

Imam Hussein, ein Enkel des Propheten Mohammed, spielt im schiitischen Islam eine wichtige Rolle. Arbain findet 40 Tage nach dem Fest von Aschura statt, bei dem der Schlacht von Kerbala gedacht wird, bei der Hussein und sein Vater Ali im Jahr 680 im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet wurden. Hussein ist ebenso wie sein Halbbruder Abbas in Kerbala begraben. Nach Angaben der Behörden kommen für die Feierlichkeiten von Arbain insgesamt 15 Millionen Pilger nach Kerbala, davon 200.000 von außerhalb des Landes.

Die Gewalt im Irak nimmt kein Ende. Ziel sind seit Tagen immer wieder schiitische Pilger. Am Samstag mischten sich die Attentäter trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen unter Gläubige, verteilte erst Kuchen und tötete dann Dutzende Menschen.

( AFP/dpa/nbo )