Getöteter Taliban-Kämpfer

US-Soldaten in Leichenschänder-Video identifiziert

Nach dem Auftauchen eines Videos, in dem US-Marineinfanteristen angeblich auf die Leichen von Taliban-Kämpfern urinieren, sind zwei der vier Soldaten, die darin zu sehen sind, identifiziert worden. Bei ihnen handle es sich um zwei Männer, die auf der Militärbasis Camp Lejeune im US-Staat North Carolina stationiert seien.

Foto: Reuters / Reuters/REUTERS

Im US-Verteidigungsministerium wächst nach dem Auftauchen eines möglichen Skandal-Videos die Sorge vor internationalen Konsequenzen. Das Video soll US-Marineinfanteristen zeigen, die auf die Leichen von Taliban-Kämpfern urinieren. Verteidigungsminister Leon Panetta sagte, der Vorfall könnte die Aussichten auf Friedensgespräche mit den Taliban gefährden. Zwei der vier Soldaten, die in dem Video zu sehen sind, wurden unterdessen identifiziert und vernommen.

Bei ihnen handle es sich um zwei Männer, die in der Kaserne Camp Lejeune im US-Staat North Carolina stationiert seien, sagte ein Vertreter der US-Marineinfanterie am Donnerstag. Das im Internet veröffentlichte Video hatte massive Empörung hervorgerufen. Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte das „unmenschliche Verhalten“ der Soldaten, US-Verteidigungsminister Leon Panetta nannte die Aufnahmen „äußerst bedauernswert“ und „absolut verachtenswert“. Er ordnete eine Untersuchung an.

Auch die niederländische Zeitung „De Telegraaf“ am Freitag: "Die Bilder rufen Erinnerungen wach an die Missstände im Gefängnis Abu Ghoreib im Irak, wo amerikanische Soldaten Gefangene folterten und erniedrigten. Aufnahmen davon sorgten für eine Schockwelle. Im März vergangenen Jahres wurden zudem Bilder veröffentlicht von Soldaten, die stolz mit Leichen von Afghanen posierten. Wenn das neue Video echt ist, kommt es äußerst ungelegen. Die internationale Streitmacht soll bis 2014 abgezogen sein. Washington will das Land so stabil wie möglich hinterlassen – und sei es allein, um Terrorgruppen die Möglichkeiten für tödliche Angriffe auf Amerikaner zu beschneiden - und reagiert deshalb nun mit einer diplomatischen Offensive.“