Nordkorea

Leiche von Kim Jong-il wird öffentlich ausgestellt

Personenkult bis nach dem Tod: Die Leiche des verstorbenen nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il wird dauerhaft in einem Palast der Hauptstadt Pjöngjang gezeigt.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Nordkorea will den Leichnam des früheren Machthabers Kim Jong-il dauerhaft in einem Mausoleum ausstellen. Das kündigte die in Nordkorea herrschende Arbeiterpartei zwei Wochen nach den Beisetzungsfeierlichkeiten für Kim an.

Kim werde im Kumsusan-Gedächtnispalast in Pjöngjang aufgebahrt, wurde die Partei von den Staatsmedien zitiert. In dem Palast liegt bereits der einbalsamierte Leichnam von Kims Vater, des als „ewiger Präsident“ verehrten Kim Il-sung, in einem Glassarg ausgestellt.

Zudem würden eine Bronzestatue sowie landesweit Porträts mit einem lächelnden Kim Jong-il und „Türme zu seiner Unsterblichkeit“ errichtet, hieß es. Kims Geburtstag am 16. Februar soll laut Beschluss des Politbüros der Partei zum „Tag des strahlenden Sterns“ ausgerufen werden. Dies ist offenbar eine Anspielung auf Raketenstarts an diesem Tag in den vergangenen Jahren.

Die Maßnahmen spiegelten „den einstimmigen Wunsch und inständige Bitte aller Parteimitglieder, Militärangehörigen und der Bevölkerung wider, Kim Jong-il als ewigen Führer der Partei hoch zu achten“.

Kim hatte nicht nur die Macht in dem kommunistischen Staat von seinem 1994 gestorbenen Vater, sondern auch einen bizarren Personenkult übernommen. Der Kumsusan-Palast, der der frühere Amtssitz Kim Il-sungs war, wurde für viel Geld in ein Mausoleum zu Ehren des früheren Diktators umgebaut. Sein Sohn Kim Jong-il war nach offizieller Darstellung am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren infolge eines Herzinfarkts gestorben. Dessen Sohn Kim Jong-un, der erst Ende zwanzig sein soll, wurde Ende Dezember zum neuen Machthaber ausgerufen.

„Ich frage mich, wie ein junger Erbe nach lediglich zwei Jahren Ausbildung in der Lage sein soll, die absolute Macht zu übernehmen“, schreibt der im Ausland lebende Kim Jong-nam in einer E-Mail vom 3. Januar an die japanische Zeitung „Tokyo Shimbun“. Vor einem Jahr hatte Kim Jong Nam ebenfalls in dem Blatt mitgeteilt, sein Vater sei gegen eine Erbfolge an der Spitze des nordkoreanischen Staates, weil dies nicht zum Sozialismus passe. Der 40-Jährige war Anfang 2000 in Ungnade gefallen. Er ist ein Halbbruder des neuen Machthabers und lebt derzeit abwechselnd in Macau und Peking.

In dem abgeschotteten Land gibt es um Kim Jong-il und seinen Vater, Staatsgründer Kim Il-sung, einen kaum vorstellbaren Personenkult. Nach dem Tod Kim Jong-ils Mitte Dezember hatten die nordkoreanischen Staatsmedien Kampagnen gestartet, in denen dessen Sohn und Nachfolger Kim Jong Un in der gleichen Weise idealisiert wird wie sein Vater und sein Großvater. So wurde Kim Jong-un kürzlich als „Genie der Genies“ bezeichnet, der in seiner Jugend wenig geschlafen und kaum gegessen habe, um lernen zu können.