Hasstirade aus Nordkorea

"Südkoreas Präsident ist ein faschistischer Irrer"

Nordkorea schimpft: Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak sei ein "proamerikanischer faschistischer Irrer", weil er seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzt hat.

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Nordkorea hat den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak als "proamerikanischen faschistischen Irren" und "Häuptling der Übel" bezeichnet.

Grund dafür ist die Entscheidung Lees, die südkoreanischen Truppen nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen.

Die nordkoreanischen Streitkräfte würden Südkorea dazu zwingen, einen Preis für die Aktion zu zahlen, hieß es in einer Erklärung des Komitees für die friedliche Wiedervereinigung Koreas, die von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde.

Seit Lee nach seinem Amtsantritt 2008 die bedingungslosen Hilfslieferungen an den verarmten Norden einstellte, ist er immer wieder Ziel scharfer Kritik der nordkoreanischen Behörden gewesen,

Südkorea will Verteidigungsstellung stärken

Südkorea und sein Bündnispartner USA wollen künftig für den Fall militärischer Aggressionen aus Nordkorea besser gewappnet sein. Das Verteidigungsministerium in Seoul kündigte an, in diesem Monat einen gemeinsamen Einsatzplan zur wirksamen Abwehr militärischer Provokationen durch das Nachbarland zu unterzeichnen.

Auch soll die Zahl der gemeinsamen Militärübungen erhöht werden, um den Plan für den Fall der Fälle auch umsetzen zu können.

Das Ministerium äußerte sich in einem Bericht über seine Ziele im neuen Jahr besorgt, dass es angesichts des Führungswechsels in Nordkorea nach dem Tod von Machthaber Kim Jong-il auf seinen Sohn Kim Jong-un zu unvorhersehbaren Zwischenfällen kommen könnte.

"Die Gefahr einer Provokation durch Nordkorea bleibt eine konstante Möglichkeit, da Kim Jong-un noch dabei ist, sein Regime zu festigen." Ziel müsse es sein, so stark gegen die Quelle der Bedrohung zurückschlagen zu können, dass der Gegner von weiteren Angriffen abgehalten werde.

Sobald der Einsatzplan unterzeichnet sei, würden Südkorea und die USA über ihre alljährlichen Großmanöver hinaus weitere Militärübungen veranstalten, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Lim Kwan-bin in Seoul. Auf den Plan hatten sich beide Seiten in Grundzügen bereits im Oktober geeinigt. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten als Abschreckung gegen Nordkorea stationiert.

Forderung nach Abzug der US-Truppen bekräftigt

Das abgeschottete kommunistische Land hatte zuletzt in einem gemeinsamen Neujahrsleitartikel der offiziellen Zeitungen seine Forderung nach einem Abzug der US-Truppen aus Südkorea bekräftigt. Die Bevölkerung wurde zur absoluten Gefolgschaft Kim Jong-uns aufgerufen.

Nach dem Tod Kim Jong-ils vor fast drei Wochen hatte das Regime in Pjöngjang dem erst knapp 30-jährigen Sohn auch den Oberbefehl über die 1,2 Millionen Mann starke Volksarmee übertragen.

Nach dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel durch Nordkoreas Küstenartillerie im November desselben Jahres hatten sich die Spannungen zwischen beiden Ländern deutlich verschärft. Südkorea macht den Norden auch für den Schiffsuntergang verantwortlich.