Persischer Golf

Iran droht USA mit "gesamter Kraft" der Marine

Teheran hat erneut die USA vor der Rückkehr eines Flugzeugträgers in den Persischen Golf gewarnt. Die US-Regierung interpretiert die Drohung als Zeichen der Schwäche.

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Der Iran hat die USA davor gewarnt, einen jüngst aus dem Persischen Golf verlegten Flugzeugträger wieder dorthin zu verlegen. Armeechef Ataollah Salehi erklärte, der Iran habe "nicht die Absicht, diese Warnung zu wiederholen". Die US-Regierung bezeichnete die Drohung als Zeichen der Schwäche und versicherte, die US-Marinepräsenz aufrechtzuerhalten.

"Wir raten dem US-Flugzeugträger, der die Meerenge von Hormus durchfahren hat und sich jetzt im Golf von Oman befindet, nicht in den Persischen Golf zurückzukehren", erklärte Salehi auf der Internetseite der Armee.

Admiral Mahmud Mussawi sagte dem arabischsprachigen Sender al-Alam, der Flugzeugträger werde im Fall seiner Rückkehr auf die "gesamte Kraft" der iranischen Marine treffen.

Generalstabschef Hassan Firusabadi kündigte an, "bald" werde ein Manöver der Revolutionsgarden in der Golfregion stattfinden.

US-Regierungssprecher Jay Carney sagte, die Drohung zeige, dass der Iran "in einer Position der Schwäche" sei. "Wir betrachten die neuen Drohungen Teherans als neuerlichen Beweis, dass der internationale Druck Wirkung zu zeigen beginnt und sie das Gefühl haben, zusehends isoliert zu sein", sagte Carney.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, George Little, sagte, die Stationierung der US-Streitkräfte in der Region bleibe unverändert. Demnach war die Verlegung des Flugzeugträgers mit mehreren Begleitschiffen lange geplant.

Das Geschwader hatte in der vergangenen Woche während eines iranischen Marinemanövers die Straße von Hormus passiert. Mehrere iranische Regierungs- und Armeevertreter hatten zuvor gedroht, der Iran werde die strategisch wichtige Meerenge schließen, sollte der Westen Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor verhängen.

Am Dienstag erklärte der stellvertretende iranische Generalstabschef Massud Dschasajeri jedoch, der Iran sei seit langem fähig, die Meerenge zu schließen, habe dazu aber nicht die Absicht.

Iran drängt auf Wiederaufnahme der Atomgespräche

Unterdessen drängte der Iran auf eine rasche Wiederaufnahme der Atomgespräche mit der 5+1-Gruppe aus den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland, die seit fast einem Jahr auf Eis liegen.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton solle "ein Datum und einen Ort" für neue Verhandlungen vorschlagen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast. Sobald Zeit und Ort feststünden, werde der iranische Chefunterhändler Said Dschalili seinen "Standpunkt" erläutern.

Ashtons Sprecher Michael Mann sagte, Teheran müsse erst auf Ashtons Schreiben mit ihren Bedenken zu dem Atomprogramm antworten. Sollte kein Dialog zustande kommen, werde die EU die Verschärfung ihrer Sanktionen fortsetzen.