Seemanöver

Iran demonstriert seine Macht mit Raketenabschuss

Bei einer Militärübung in internationalem Gewässer hat der Iran nach eigenen Angaben seine modernste Rakete nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus getestet.

Der Iran hat vor dem Hintergrund steigender Spannungen mit den USA seine modernste Schiffsabwehrwaffe getestet. Der Tarnkappen-Marschflugkörper des Typs „Qader“ habe sein Ziel wie geplant erreicht, sagte der Militärsprecher Admiral Mahmud Moussavi der Nachrichtenagentur Irna. Der Test sei erfolgreich verlaufen, die Rakete habe ihr Ziel "zerstört“.

Auch der Marschflugkörper „Noor“ und die ballistische Rakete „Nassr“ wurden getestet. Beide sind Weiterentwicklungen chinesischer Waffen.

Verwirrung gab es um die Flugleistung des iranischen Marschflugkörpers. Die „Qader“ hat nach ursprünglichen iranischen Angaben eine Reichweite von 200 Kilometern und kann sehr niedrig fliegen. Sie wird von Schiffen und auch von Land abgefeuert.

Einige iranische Medien berichteten, die Reichweite sei zu einer „Langstreckenrakete“ erweitert worden. Von Langstreckenraketen spricht man aber erst ab einer Reichweite von 3500 Kilometern. Die USA haben ihre 5. Flotte vor der Küste Bahrains im Persischen Golf stationiert.

Der iranische Marine-Befehlshaber Habibollah Sajjari sagte nach dem Test, die Straße von Hormus sei vollständig unter iranischer Kontrolle. „Wir erlauben keinem Feind, unsere Interessen zu gefährden“, erklärte er.

Scharfe Kritik aus Frankreich

Die französische Regierung hat derweil die iranischen Raketentests scharf kritisiert. „Wir bedauern das sehr schlechte Signal an die internationale Gemeinschaft“, sagte Außenamtsprecher Bernard Valero in Paris. Die iranische Armee hatte am Sonntag und Montag nahe der Seestraße von Hormus mehrere neue Raketen getestet.

Valero erinnerte daran, dass die UN-Resolution 1929 dem Iran Tests mit Raketen verbiete, die atomar bestückt werden könnten.

Israel zeigte sich von der militärischen Bedeutung unbeeindruckt. Mit den Tests versuche der Iran zu demonstrieren, dass er in der Lage sei, es mit der von den USA geführten Militärpräsenz des Westens im Golf aufnehmen zu können, sagte Vizeministerpräsident Mosche Jaalon.

„Das könnte aber nicht einmal als wirklich fairer Kampf zwischen beiden Seiten bezeichnet werden“, sagte er. Die Sanktionen gegen den iranischen Finanzsektor müssten verschärft und die Drohung mit einem Militärschlag glaubhaft aufrecht erhalten werden.

Aufgabe der Urananreicherung

Teheran hatte in den vergangenen Tagen mit einer Blockade der Straße von Hormus für den Fall gedroht, dass seine Ölausfuhren durch Sanktionen blockiert würden. Die USA haben ein Gesetz beschlossen, das Sanktionen gegen die iranische Zentralbank vorsieht, über die der Ölhandel abgewickelt wird. Ziel ist es, Teheran zur Aufgabe der Urananreicherung zu bewegen.

Durch die Meerenge von Hormus werden rund 40 Prozent der weltweiten Seetransporte von Rohöl abgewickelt. Die USA wollen den Seeweg mit Hilfe ihre Flotte offenhalten .