Atomstreit

Iran stellt atomare Brennstäbe her

Der Iran hat nach eigenen Angaben erfolgreich atomare Brennstäbe selbst gefertigt und getestet. Das Land verzichtet darauf, als Gegenreaktion auf mögliche Sanktionen die Straße von Hormus zu blockieren.

Foto: action press / action press/XINHUA

Das Säbelrasseln an der Straße von Hormus ist vorerst verstummt. Der Iran nahm am Wochenende Abstand von seiner Drohung, die strategisch bedeutende Meeresenge für die Schifffahrt zu blockieren. Gespräche darüber gehörten der Vergangenheit an, erklärte General Massud Dschasajeri von den Revolutionsgarden am Sonnabend auf der Website der Truppen, sepahnews.com.

Der Iran verfüge aber über andere Möglichkeiten, auf westliche Aggressionen zu reagieren. So feuerte die iranische Marine am Wochenende während eines Manövers in internationalen Gewässern nahe der Straße von Hormus eine Mittelstreckenrakete zu Testzwecken ab.

Der iranische Vizepräsident Mohammed Resa Rahimi hatte zuvor gedroht, die Seepassage angesichts einer möglichen weiteren Sanktionsrunde des Westens zu sperren. Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und Oman und ist eine bedeutende Schifffahrtsstraße zu den Ölhäfen Irans und der Golfstaaten.

Am Sonnabend unterzeichnete US-Präsident Barack Obama den Verteidigungshaushalt, der unter anderem weitere Sanktionen gegen den Iran wegen dessen umstrittenen Atomprogramms vorsieht. Demnach sollen ausländischen Kreditinstituten, die Beziehungen zur iranischen Zentralbank unterhalten, geschäftliche Aktivitäten in den USA untersagt werden. Die Regelung tritt jedoch erst in sechs Monaten in Kraft.

Erster nuklearer Brennstab hergestellt

Unterdessen gab der Iran bekannt, Wissenschaftler hätten den ersten nuklearen Brennstab des Landes hergestellt. Der Brennstab sei bereits in den Kern eines Forschungsreaktors in Teheran eingesetzt worden, hieß es am Sonntag auf der Website der iranischen Atomenergiebehörde.

Ob er mit angereichertem Uran bestückt oder als Teil eines Tests leer war, wurde nicht bekannt. Der Westen hatte bezweifelt, dass der Iran zur Herstellung von Brennstäben in der Lage ist. Teheran hatte erklärt, wegen der internationalen Sanktionen könnten keine Brennstäbe im Ausland gekauft werden, das Land müsse sie daher selbst herstellen.

Mit dem Manöver nahe der Straße von Hormus wollte der Iran offenbar Stärke demonstrieren. So testete die iranische Marine am Wochenende eigenen Angaben zufolge eine Mittelstreckenrakete. Die Boden-Luft-Rakete sei von iranischen Wissenschaftlern entwickelt worden und könne vom Radar nicht erfasst werden, berichtete das staatliche Fernsehen.

Bei der Militärübung würden am Sonntag auch Torpedos getestet, sagte Militärsprecher Konteradmiral Mahmud Mussawi. Das Manöver zwischen der Straße von Hormus, dem Indischen Ozean und dem Golf von Aden könnte iranische Kriegsschiffe in die Nähe von Schiffen der US-Marine bringen, die dort ebenfalls kreuzen.

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