Syrien

Mindestens 18 Tote bei Kämpfen in Homs

In der syrischen Oppositionshochburg Homs sind am Montag bei gewaltsamen Zusammenstößen mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. In Syrien demonstrieren seit neun Monaten Tausende Menschen gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad.

In Syrien hat die Armee unmittelbar vor der Ankunft einer Beobachtermission der Arabischen Liga ihre Offensive gegen die Oppositionsbewegung mit unverminderter Härte fortgesetzt. In der Protesthochburg Homs kamen nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe allein am Montag mindestens 20 Regierungsgegner durch Granatenbeschuss der Armee und bei Schießereien ums Leben. Die Regierungstruppen hätten den dritten Tag in Folge Stadtteile unter Beschuss genommen, in denen vor allem Anhänger der Opposition lebten, erklärte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte in London. Mehr als 120 Menschen seien durch den Beschuss verletzt worden.

In Syrien demonstrieren seit neun Monaten Tausende Menschen gegen die Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad. Bei der Niederschlagung der Proteste wurden nach UN-Angaben mehr als 5000 Menschen getötet. Die Situation spitzte sich am Freitag mit einem Doppelanschlag in der Hauptstadt Damaskus zu: Bei der Explosion zweier Sprengsätze wurden 44 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 160 verletzt. Das Innenministerium sprach von Autobomben und machte die Extremistenorganisation Al-Kaida dafür verantwortlich. Zu dem Doppelanschlag bekannte sich aber zunächst niemand, weshalb Regierungskritiker auch spekulierten, der syrische Geheimdienst könnte hinter den Explosionen stecken, um die Protestbewegung zu diskreditieren.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Gewaltausbruch in Damaskus. Es handle sich um „terroristische Anschläge“, die durch nichts zu rechtfertigen seien, hieß es in einer am späten Freitagabend verabschiedeten Erklärung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich zutiefst besorgt über die Eskalation und forderte ein sofortiges Ende des Blutvergießens. Zugleich rief er die syrische Regierung auf, den vor Wochen vereinbarten Friedensplan der Arabischen Liga nun auch umzusetzen. Es müsse der Prozess eines tiefgreifenden politischen Wandels eingeleitet werden, der den Erwartungen der syrischen Bevölkerung auch entspreche.

Bereits am Montag sollten die ersten 50 der insgesamt 150 Beobachter der Arabischen Liga in Syrien eintreffen. Einige davon sollten am Dienstag nach Homs reisen, um sich dort ein Bild der Lage zu machen.

In Damaskus trugen am Samstag Tausende die Opfer des Doppelanschlags zu Grabe und bekundeten ihre Unterstützung für Präsidenten Assad. Die Menge warf den USA und ihren arabischen Verbündeten Einmischung in syrische Angelegenheiten vor. Während des Trauermarsches durch die Hauptstadt skandierten zahlreiche Menschen „Tod den USA“ und forderten Rache. Viele trugen Bilder von Assad mit sich und schwenkten Flaggen. „Wir opfern Dir unsere Seelen und unser Blut, Baschar“, riefen die Demonstranten.

Papst Benedikt XVI. rief in seiner traditionellen Weihnachtsansprache zu einem Ende der Gewalt in Syrien auf. „Der Herr eile der Menschheit zu Hilfe, die durch so viele Konflikte verwundet ist, die noch heute die Erde mit Blut beflecken“, sagte der Papst am Sonntag vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom, in deren Verlauf er den Segen „Urbi et Orbi„ (Der Stadt und dem Erdkreis) erteilte. „Er lasse die Gewalttätigkeiten in Syrien aufhören, wo schon so viel Blut vergossen worden ist.“

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