Nordkorea

Kim Jong-uns Onkel übernimmt eine Schlüsselrolle

Ein Auftritt des Onkels des neuen Machthabers in Militäruniform veranlasst zu der Annahme, dass er künftig eine leitende Funktion bei der Armee übernehmen wird.

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Eine Woche nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il gibt es neue Hinweise auf die Zusammensetzung des inneren Machtzirkels rund um den designierten Nachfolger Kim Jong-un .

Ein Auftritt seines Onkels Jang Song-thaek in einer Militäruniform am Sonntag deutete daraufhin, dass dieser einen neuen Posten als General bei den nordkoreanischen Streitkräften übernommen hat und eine größere Rolle bei der Übernahme der Macht durch Kim Jong-un spielen soll. Am Wochenende wurde der junge Kim außerdem von staatlichen Medien erstmals als "obersten Führer" der Streitkräfte bezeichnet.

Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums wurde Jang am Sonntag erstmals im Staatsfernsehen in einer Militäruniform gezeigt. Sein neuer Titel und die öffentliche Unterstützung Kims durch die Spitzen der Streitkräfte wurden von Beobachtern als Zeichen gewertet, dass das Land auch nach dem Tod von Kim Jong-il an einer starken Rolle des Militärs festhalten will.

Der südkoreanische Geheimdienst hatte bereits vermutet, dass Jang und Kims Tante Kim Kyong-hui, die jüngere Schwester des verstorbenen Präsidenten, wichtige Rollen im neuen nordkoreanischen Machtgefüge übernehmen würden. Beide stiegen in den vergangenen Jahren in die Machtelite von Pjöngjang auf.

Indessen warnte Nordkorea die Regierung in Seoul vor "unvorhersehbaren katastrophalen Konsequenzen" für die Beziehungen der beiden Länder, sollte Südkorea seinen Einwohnern den Grenzübertritt anlässlich der Trauerfeiern für Kim Jong-il verbieten.

Südkorea verweigere vielen Gruppen den Zugang in den Norden, um Kim dort die letzte Ehre zu erweisen, sagte ein Sprecher des Komitees für Friedliche Wiedervereinigung nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Tags zuvor hatte das südkoreanische Vereinigungsministerium erklärt, nur zwei Gruppen aus dem Land dürften nach Nordkorea reisen.