Massaker in Norwegen

Vater hält Breivik für den schlimmsten Terroristen

Foto: dpa / dpa/DPA

Jens Breivik stellt seinen Sohn als nicht besonders intellektuell und faul dar. Er hält Anders Behring Breivik für den schlimmsten Terroristen seit 1945.

Der Vater des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik sieht in seinem Sohn den „schlimmsten Terroristen seit dem Zweiten Weltkrieg“. „Er hat 77 unschuldige Menschen umgebracht und zeigt nicht mal Reue“, sagte der ehemalige Diplomat Jens Breivik in einem Gespräch mit dem Magazin „Stern“.

Dennoch wolle er seinen Sohn bald im Gefängnis besuchen und „ihm in die Augen sehen“. Möglicherweise sei er in der Lage, „Gefühle in ihm auszulösen“, ergänzte der 76-Jährige.

Jens Breivik fühlt sich nach eigenen Angaben mitschuldig an den Taten seines Sohnes. Der letzte Kontakt zu Anders sei ein Telefongespräch vor etwa sechs Jahren gewesen. „Wahrscheinlich wäre das alles nicht passiert, wenn ich mich mehr um Anders gekümmert hätte“, mutmaßte er.

Sein Sohn sei ohne ihn aufgewachsen, da er in einem Sorgerechtsstreit mit seiner damaligen Frau unterlegen gewesen sei. An „einer Vater-Sohn-Beziehung“ sei Anders jedoch nie gelegen gewesen. Es habe keine gemeinsamen Interessen gegeben. Breivik stellte seinen Sohn im „Stern“ als apolitisch, nicht besonders intellektuell und faul dar.

Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli zunächst im Regierungsviertel von Oslo eine Autobombe gezündet und damit acht Menschen getötet. Anschließend eröffnete er in einem Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utoya das Feuer und erschoss 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer. Ein Psychiater bescheinigte ihm im November eine paranoide Schizophrenie. Ein Prozess gegen ihn soll am 16. April beginnen.

( AFP/jm )

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