Geheimdienstinformationen

Nordkorea - Militär in Alarmbereitschaft versetzt

Während sich das Militär angeblich hinter den Sohn des verstorbenen Kim Jong-il gestellt hat, sind Nordkoreas Truppen in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Spannungen zum Nachbarn wachsen.

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Nordkorea hat nach Erkenntnissen des südkoreanischen Geheimdienstes nach dem Tod von Machthaber Kim Jong-il die innere Sicherheit erhöht und Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. Südkoreanische Aktivisten schickten unterdessen inmitten der elftägigen Staatstrauer Ballons mit Flugblättern nach Nordkorea, was Spannungen verstärken könnte. In den Flugblättern wird Kritik an einer Vererbung der Macht vom Vater auf dessen Sohn Kim Jong-un geübt. Pjöngjang hat angedroht, bei derartigen Aktionen Südkorea unter Beschuss zu nehmen.

Kim Jong-il ist am Samstag gestorben. Im Westen wurde daraufhin ein Kampf um die Macht in dem kommunistischen Staat erwartet. Dafür gibt es bislang keine Anzeichen.

Der südkoreanische Abgeordnete Kwon Young Se sagte der Geheimdienst NIS vermute, dass sich der Norden auf die Festigung der Macht vom Kim Jong-un konzentriert. Ranghohe Offiziere der Streitkräfte hätten dem jungen Kim ihre Gefolgschaft versichert. In den großen Städten seien die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden.

Nordkoreas Militär hat sich Kreisen zufolge hinter den Sohn des verstorbenen Kim Jong-il gestellt. An der Staatsführung des noch jungen Kim Jong-un würden sich die Generäle aber beteiligen, sagte eine Person mit engen Verbindungen zu den Regierungen Nordkoreas und Chinas am Mittwoch. Auch werde der Herrschersohn die Macht mit einem Onkel teilen müssen. Mit der Aussicht auf eine Führungsriege sei ein Putsch nun sehr unwahrscheinlich, sagte der Informant, der zuvor wichtige Ereignisse wie den ersten Atomtest des Landes vorausgesagt hatte.

In naher Zukunft sei nicht mit einem weiteren Atomtest zu rechnen, sagte der Kenner weiter. Der Raketentest am Montag habe den USA als Warnung vor einem Vorgehen gegen Nordkorea gelten sollen. „Mit dem Raketentest wollte (Nord-)Korea signalisieren, dass es sich selbst schützen kann.“ Sollten sich die Spannungen nicht weiter verschärfen, erwarte er in Kürze keine weiteren Tests. In den Jahren 2006 und 2009 schockierte das verarmte und isolierte Land die Weltgemeinschaft mit zwei Atomtests. Bis heute ist unklar, ob das Militär im Besitz einer einsatzfähigen Kernwaffe ist. Die Furcht vor einem Machtvakuum nach dem Tod des langjährigen Herrschers hatte in der Region für Unruhe gesorgt.

Die amtlichen nordkoreanischen Medien meldeten, Kim habe im Kumusan-Palast, in dem sein Vater aufgebahrt ist, Trauernde empfangen, darunter ausländische Gesandte. Weitere Einzelheiten wurde nicht genannt. Seit dem Tod Kim Jong-ils hätten mehr als fünf Millionen Nordkoreaner an Gedenkstätten in der Hauptstadt ihre Trauer zum Ausdruck gebracht.