Trauer um Kim Jong-il

Sie liegen auf der Straße und weinen um den Führer

Nordkoreas Staatsmedien inszenieren in Tränen aufgelöste Menschen, die "unbeschreibliche Trauer" um den Tod des "geliebten Führers" zur Schau tragen.

Nach dem Tod von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-il haben die Staatsmedien des autoritär geführten Landes von Szenen „unbeschreiblicher Trauer“ berichtet. Die Menschen „versuchen nicht einmal, die Tränen fortzuwischen, und ringen mit Schmerz und Verzweiflung angesichts des Verlusts“, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

Das Staatsfernsehen des wichtigsten Verbündeten China zeigte in Tränen aufgelöste Passanten auf den Straßen der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

Im ganzen Land waren die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Bis zum 29. Dezember wurde eine nationale Trauerzeit ausgerufen, während der Singen und Tanzen verboten ist. Nordkoreas Staatsfernsehen zeigte Mitglieder der regierenden Kommunistischen Partei, die schluchzten, schrien und auf Tische schlugen.

„Ich kann es nicht fassen. Wie konnte er so gehen? Was sollen wir jetzt machen?“, fragte Parteimitglied Kang Tae Ho. „Er versuchte so sehr, unser Leben besser zu machen und ist einfach gegangen“, sagte Hong Sun Ok.

Am Morgen war offiziell bekannt gegeben worden, dass Kim Jong-il am Samstag im Alter von 69 Jahren während einer Zugfahrt außerhalb von Pjöngjang an einem Herzinfarkt gestorben war. Als Nachfolger an der Spitze des stalinistischen Staates wurde sein jüngster Sohn Kim Jong-un benannt.

Bei der Bekanntgabe des Todes des langjährigen Machthabers im Fernsehen hatte die schwarzgekleidete Nachrichtensprecherin Tränen in den Augen. Anschließend zeigte das Fernsehen stundenlang Bilder des Machthabers beim Besuch von Fabriken und Schulen.

Der britische Außenminister William Hague sieht im Tod von Kim Jong-il die Möglichkeit für einen Wendepunkt in der Politik des kommunistischen Landes. Die Nachfolger müssten anerkennen, dass die Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft die beste Möglichkeit biete, die Lebensqualität des Volkes zu heben.

„Wir ermutigen Nordkorea, am Frieden und an der Sicherheit in der Region zu arbeiten und die nötigen Schritte zu unternehmen, um die Fortsetzung der Sechser-Gespräche zum Abbau der Nuklearkapazitäten auf der koreanischen Halbinsel zu erlauben“, heißt es in einem Statement Hagues.