Schrottplatz bei Bagdad

Dokumente über US-Massaker im Irak entdeckt

Foto: picture-alliance/ dpa Grafik

Ein Reporter der "New York Times" hat auf einem Schrottplatz nahe Bagdad angeblich Verhörprotokolle über eine von US-Soldaten 2005 verübte Bluttat gefunden.

Auf einem Schrottplatz im Irak aufgetauchte Dokumente bestätigen nach einem Zeitungsbericht die Rolle des US-Militärs in einem Massaker: Ein Reporter der „New York Times“ entdeckte dort mehrere Hundert Seiten lange Verhörprotokolle über die Bluttat in der irakischen Ortschaft Haditha am 19. November 2005. Damals töteten Soldaten 24 wehrlose Zivilisten.

Der Journalist habe die Unterlagen auf einem Schrottplatz nahe der Hauptstadt Bagdad vor dem Verbrennen gerettet, so die Zeitung am Donnerstag. Die Dokumente hätten als Grundlage für einen umfassenden Untersuchungsbericht gedient und mit Hilfe einer irakischen Vertragsfirma des US-Militärs eigentlich längst vernichtet werden sollen.

US-Marineinfanteristen waren bei dem Massaker an Zivilisten - unter ihnen Frauen, Kinder und ein Rollstuhlfahrer – vorgegangen, nachdem ihr Militärkonvoi auf einen Sprengsatz gefahren war. Sie erschossen mehrere Männer aus einem Fahrzeug heraus. Später zogen die Soldaten durch den Ort nordwestlich von Bagdad und töteten 19 Bewohner.

( dpa/tsch )