Testfahrt im Gelben Meer

US-Satellit erspäht chinesischen Flugzeugträger

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Lange hielt Peking seine Militärpläne geheim. Satelliten einer US-Firma zeigen nun Chinas ersten Flugzeugträger bei einem Probelauf im Wasser.

Ein US-Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Blick auf den ersten chinesischen Flugzeugträger erhascht. Auf einer Satellitenaufnahme sei das Schiff namens "Varyag" im Gelben Meer zu sehen, erklärte DigitalGlobe in Longmont im US-Staat Colorado. Ein Analyst der Firma sei bei der Auswertung von Bildern der DigitalGlobe-Satelliten auf die Aufnahme vom 8. Dezember gestoßen.

Angesichts Ort und Zeit müsse es sich um die "Warjag" handeln, zeigte sich der Leiter des Auswertungszentrums überzeugt. Am 8. Dezember sei der Flugzeugträger zu einem Probelauf unterwegs gewesen.

Zwei Testläufe für dieses Jahr geplant

China hatte nach Angaben des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington zwei Testläufe für dieses Jahr geplant. "Erst als die Chinesen ankündigten, dass sie es zu einem Probelauf aussenden würden, gaben sie zu: 'Ja, wir führen tatsächlich einen Träger ein'", sagte CSIS-Expertin Bonnie Glaser.

Zunächst habe Peking sich mit seinen Plänen noch bedeckt gehalten, sei in den letzten Jahren jedoch offener geworden.

Sowjetunion begann mit Bau

Den Bau des Flugzeugträgers hatte die damalige Sowjetunion begonnen. Nach dem Zusammenbruch der Union übernahm die Ukraine die "Warjag". 1998 kaufte China das Schiff, damals noch ohne Motoren, Waffen oder Navigationssystem. Es sollte nach Angaben der Regierung in Peking zur Forschung und Ausbildung genutzt werden.

Die Fortschritte bei der Instandsetzung des Flugzeugträgers stünden in Einklang mit den Erwartungen der USA, erklärte das Verteidigungsministerium in Washington. Nach einem Pentagon-Bericht könnte die "Warjag" bis Ende nächsten Jahres für die Marine einsatzbereit sein, allerdings zunächst noch ohne Flugzeuge.

Bis eine entsprechende Flugzeugflotte stationiert sei, werde es noch mehrere Jahre dauern, prognostizierte Ministeriumssprecherin Leslie Hull-Ryde.

DigitalGlobe versorgt unter anderem das US-Militär und Nothilfeorganisationen mit Satellitenaufnahmen und Auswertungen. Das Unternehmen verfügt über drei Satelliten, ein vierter wird derzeit gebaut.

( dapd/mcz )

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