US-Militärgeheimnisse

Obama fordert abgeschossene Drohne vom Iran zurück

Der US-Präsident hat den Iran offiziell zur Rückgabe der abgefangenen US-Drohne aufgefordert. Doch Teheran hat eigene Pläne mit dem Flugroboter.

US-Präsident Barack Obama hat vom Iran offiziell die Rückgabe einer vorvergangene Woche abgeschossenen US-Aufklärungsdrohne verlangt. Während einer Pressekonferenz am Montag mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki erklärte Obama, man werde sehen, wie die Iraner darauf reagierten.

Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Leon Panetta erklärten, sie seien nicht allzu optimistisch, dass der Iran ihrer Forderung nachkommen werde. Clinton sagte, der Weg, den der Iran eingeschlagen habe, sei ein gefährlicher für das Land und die Region. Panetta erklärte, es sei schwierig einzuschätzen, was der Iran durch die Drohne über US-Spionagetechnik erfahren werde.

Iran will die Drohne behalten und sie für Einblicke in die geheime Technik ausbeuten . „Wir werden die US-Spionage-Drohne untersuchen und analysieren, um zu sehen, inwiefern sie unser technisches Know-How voranbringen kann“, sagte Hossein Salami, Brigadegeneral der Revolutionsgarden.

Iran fordert Wiedergutmachung für "feindlichen Akt"

Salami hatte den USA eine Verletzung des iranischen Luftraums und damit einen feindlichen Akt vorgeworden. „Die USA können aber mit geeigneten Maßnahmen diesen aggressiven Schritt wiedergutmachen“, sagte Salami. Was genau er fordert, ließ er offen.

Teheran will den ferngesteuerten Flugroboter Anfang Dezember zur Landung gezwungen haben, als dieser über der iranischen Stadt Kaschmar unterwegs war. Die Nato spricht dagegen von einem unbemannten US-Aufklärungsflugzeug, das bei einem Einsatz über dem Westen Afghanistans verloren gegangen sei. Kaschmar liegt rund 225 Kilometer von der afghanischen Grenze entfernt.

„Die Drohne gehörte nicht dem US-Verteidigungsministerium, sondern dem amerikanischen Geheimdienst“, sagte Salami. Teheran behauptet, die Drohne sei für Spionage eingesetzt worden.

Das iranische Fernsehen hatte am Donnerstag erstmals Bilder der Drohne gezeigt, die den Angaben zufolge nur kleinere Schäden aufwies. US-Experten waren jedoch geteilter Meinung, ob das Gerät echt sei. Teheran hatte zudem einen Protestbrief bei den Vereinten Nationen eingereicht und eine Verletzung des iranischen Luftraums moniert.