Hubschrauber-Attacke

Pakistan war über Nato-Angriff informiert

Für den US-Beschuss nach Pakistan hinein, bei dem am 25. November 26 pakistanische Soldaten eines Grenzpostens getötet wurden, soll es zuvor eine Abstimmung mit der pakistanischen Seite gegeben haben. Pakistan bestreite jedoch inzwischen die Freigabe des Zielgebietes.

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Pakistanische Armeevertreter haben einem Zeitungsbericht zufolge grünes Licht für den Nato-Luftangriff auf pakistanische Armeeposten mit mehr als 20 Toten am vergangenen Wochenende gegeben. Wie das „Wall Street Journal“ am Freitag berichtete, waren sich die Pakistaner aber nicht darüber im Klaren, dass eigene Truppen in der Region waren. Die Nato habe am vergangenen Samstag Taliban-Kämpfer im Grenzgebiet zu Afghanistan verfolgt und sei dabei angegriffen worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Vertreter, die über vorläufige Untersuchungsergebnisse informiert wurden.

Als sie Luftangriffe auf das scheinbare Rebellenversteck anforderten, sei ein Kommandozentrum von US-Soldaten sowie afghanischen und pakistanischen Truppen eingeschaltet worden. Die Pakistaner hätten angegeben, dass keine eigenen Truppen in der Region seien, und damit den Weg für den Angriff freigemacht. Die US-Vertreter räumten jedoch Fehler auf allen Seiten ein. „Es wurden viele Fehler gemacht“, sagte eine von ihnen der Zeitung. Den Beteiligten sei nicht wirklich bewusst gewesen, „wer wo war und wer was getan hat“.

Das pakistanische Militär wirft den Nato-Truppen vor, den Grenzposten grundlos angegriffen zu haben. Die US-Regierung sprach Pakistan zwar ihr „tiefes Beileid“ aus, lehnte aber ein explizites Schuldeingeständnis ab.

Indes hat die Terrororganisation Al-Qaida nach Angaben ihres neuen Anführers Eiman al-Sawahiri in Pakistan einen Amerikaner in ihre Gewalt gebracht. In einem am Donnerstag veröffentlichten Video verlange Al-Sawahiri unter anderem die Freilassung aller Gefangenen im US-Lager Guantánamo auf Kuba, teilte das auf die Auswertung islamistischer Websites spezialisierte IntelCenter in Alexandria bei Washington mit. Der Mitarbeiter der US-Hilfsorganisation USAID Warren Weinstein sei bereits Mitte August verschleppt worden.

Der Al-Qaida-Chef verlangt in dem etwa halbstündigen Video zudem das Ende aller Militäraktionen der USA und ihrer Verbündeten in Pakistan, Afghanistan, im Jemen, Somalia und in Gaza. Zudem forderte er die Freilassung aller Mitglieder der Familie von Osama bin Laden.

„Ebenso wie die Amerikaner jeden festnehmen, der in geringstem Maße mit Al-Qaida und den Taliban zu tun hat, haben wir diesen Mann festgenommen, der US-Hilfe seit den 70er Jahren nach Pakistan bringt“, sagte Al-Sawahiri laut IntelCenter. Der Terrorchef nannte seinen Videoauftritt „eine Botschaft an unsere Gefangenen“.

Der neue Al-Qaida-Anführer hatte sich erst vor zwei Wochen in einem Video zu Wort gemeldet und dabei betont, wie eng seine Freundschaft mit Bin Laden gewesen sei. Der Vorgänger Al-Sawahiris war im Mai bei einer US-Kommandoaktion in Pakistan getötet worden.