Botschaftsstürmung

London zieht seine Diplomaten aus Teheran ab

Nach der Erstürmung seiner Botschaft in Teheran will Großbritannien seine diplomatische Vertretung in der iranischen Hauptstadt vorerst schließen. Das gesamte Personal werde abgezogen, hieß es am Mittwoch. Die Botschaftsmitarbeiter sollen zunächst in die Vereinigten Arabische Emirate ausreisen.

Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran durch protestierende Studenten zieht Großbritannien laut BBC sein gesamtes Botschaftspersonal aus dem Iran ab. Der britische Sender BBC berief sich bei seiner Information am Mittwoch auf diplomatische Quellen. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor. Premierminister David Cameron hatte zuvor „ernste Konsequenzen“ für den Iran angekündigt.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Angriff auf die britische Botschaft. Das Gremium rief die iranischen Behörden auf, diplomatische Einrichtungen und Mitarbeiter mit allen geeigneten Maßnahmen zu schützen.

Am Dienstag hatten iranische Studenten die Botschaft in Teheran gestürmt und etwa zwei Stunden lang besetzt. Auch eine Wohnanlage britischer Diplomaten wurde angegriffen. Trotz starker Polizeipräsenz vor der Botschaft war es regierungstreuen Demonstranten am Dienstag zwei Mal gelungen, auf das Botschaftsgelände in Teheran vorzudringen.

Sie verwüsteten Büros, verbrannten Dokumente und ersetzten die britische durch die iranische Flagge. Am Abend räumte die Polizei das Gelände. Sicherheitskräfte hätten sechs Mitarbeiter der Botschaft befreit, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die rund 200 Botschaftsbesetzer seien schließlich mit Tränengas vertrieben worden. Die Proteste richteten sich gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms. Das iranische Außenministerium bedauerte den Zwischenfall.