Nach Nato-Angriff

Pakistan boykottiert Afghanistan-Konferenz in Bonn

Aus Protest gegen den tödlichen Nato-Angriff vom Wochenende will Pakistan der Afghanistan-Konferenz in Bonn fernbleiben. Das wurde auf einer Kabinettssitzung entschieden.

Foto: dpa / dpa/DPA

Pakistan wird als Reaktion auf den tödlichen Nato-Angriff auf einen Grenzposten mit 24 Toten in der kommenden Woche nicht an der Afghanistankonferenz in Deutschland teilnehmen, wie am Dienstag aus Regierungskreisen in Islamabad verlautete. Dies sei auf einer Kabinettssitzung in Lahore entschieden worden, hieß es.

Pakistan hatte empört auf den Angriff von Nato-Einheiten am Samstag auf den Grenzposten reagiert. Islamabad schloss zwei für die Versorgung der internationalen Truppen in Afghanistan wichtige Grenzübergänge und forderte die USA zudem zur Räumung des Luftwaffenstützpunktes Shamsi in der Provinz Baluchistan binnen 15 Tagen auf.

Es wird vermutet, dass der US-Geheimdienst CIA den Stützpunkt als Basis für sein Drohnenprogramm gegen Kämpfer der Taliban und des Terrornetzwerks al-Qaida in den pakistanischen Stammesgebieten nutzt.

Das US-Zentralkommando Centcom hat eine eigene Untersuchung des Angriffs angekündigt. Die Militäraktion werde unter Leitung eines US-Generals aufgearbeitet werden, heißt es in einer im Internet veröffentlichten Centcom-Mitteilung. Der Untersuchungsbericht soll demnach bis zum 23. Dezember vorliegen.

Das Zentralkommando Centcom mit Sitz in Florida ist für die Einsätze der US-Streitkräfte in Ostafrika, Nahost sowie in Afghanistan und anderen Ländern der Region Zentralasien zuständig.

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