Afghanistan

Sechs Kinder bei Nato-Luftangriff getötet

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In der südafghanischen Provinz Kandahar starben bei einem Hubschrauberangriff der Nato sechs Kinder. Isaf-Kommandeur John Allen sprach von einem "bedauerlichen Vorfall".

Bei einem Nato-Luftangriff in der südafghanischen Provinz Kandahar sind nach offiziellen afghanischen Angaben sechs Kinder getötet worden. Auch ein Dorfbewohner und zwei Aufständische seien ums Leben gekommen, erklärten örtliche Behörden am Donnerstag. In einer Mitteilung des Präsidentenpalasts in Kabul hieß es, zwei weitere Mädchen seien verletzt worden. Präsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff vom Mittwoch.

Der Kommandeur der internationalen Schutztruppe Isaf, US-General John Allen, sprach von einem „bedauerlichen Vorfall“. Er kündigte eine umfassende Untersuchung zusammen mit afghanischen Behörden an.

„Militärhubschrauber der Nato haben fünf Aufständische identifiziert, die Minen entlang einer Straße gelegt haben“, sagte Provinzgouverneur Nijaz Mohammed. Bei einem Angriff auf das Versteck der Rebellen seien die Kinder getötet worden. Sie hatten in der Nähe gespielt, sagte Mohammed.

Indes wies die Nato Berichte über einen abgeschossenen Helikopter zurück. Die Taliban hatte zuvor behauptet, einen Hubschrauber der Allianz über der Provinz Kabul abgeschossen und 33 Soldaten getötet zu haben. „Erste Berichte deuten darauf hin, dass es in dem Gebiet keine Feindaktivitäten gegeben hat“, sagte ein Nato-Sprecher. Der Helikopter sei sicher notgelandet und die Besatzung unverletzt.

Zivile Opfer sorgen immer wieder für Kritik der afghanischen Regierung an der Nato. Zwar hat die Zahl der bei Kämpfen getöteten Zivilisten in den vergangenen Jahren insgesamt zugenommen, für die allermeisten Opfer sind aber Aufständische wie die Taliban verantwortlich.

( dpa/mk )