Nach Buhrufen

Putins plötzliche Angst vor dem großen Auftritt

Eine angekündigte Rede von Russlands Premier Putin im Moskauer Olympiastadion fällt aus. Traut er sich nach den Buhrufen vom Wochenende nicht mehr in die Öffentlichkeit?

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Seit Wochen war für den großen Auftritt geworben worden, Plakate und Webetafeln sollten die Moskauer an das Großereignis erinnern: Wladimir Putin wollte bei einem Konzert gegen Drogen im Olympiastadion sprechen. Doch die Zuschauer mussten sich mit Bürgermeister Sergej Sobjanin begnügen: Der Premier erschien nicht.

Jetzt spotten Kommentatoren über Putins "Olympiski-Syndrom", berichtet "tagesschau.de" . Vor einigen Tagen war der für seine inszenierten Auftritte bekannte Premier nämlich öffentlich ausgebuht worden - ausgerechnet im Olympiastadion, als er einem Boxer gratulierte.

Womöglich traute er sich jetzt nicht, noch einmal dort aufzutreten. So konnte er das Risko vermeiden, erneut ausgepfiffen zu werden.

Ohnehin läuft der Wahlkampf für Putin und Präsident Dmitri Medwedjew gerade nicht besonders gut. Eigentlich wollen die beiden eine Art Ämtertausch veranstalten: Nach der Präsidentschaftswahl im März 2012 soll Putin wieder Präsident und Medwedjew Premier werden.

Doch das russische Volk scheint von den Machtspielchen nicht begeistert zu sein. Die Zustimmung für das Führungsduo sank in den vergangenen Wochen von 60 auf 51 Prozent.