Urteil in Kiew

Gericht spricht Timoschenko schuldig

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Gericht spricht Timoschenko schuldig

Im Prozess gegen die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat die Justiz die Angeklagte schuldig gesprochen.

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Die Ex-Regierungschefin der Ukraine ist wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Julia Timoschenko im Jahr 2009 rechtswidrige Gasverträge mit Russland abgeschlossen hat. Das genaue Strafmaß steht noch offen.

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Kiew sah es am Dienstag als erwiesen an, dass Timoschenko 2009 mit Russland Gasverträge zum Nachteil der Ukraine abgeschlossen habe. Dadurch habe die Ex-Sowjetrepublik einen Schaden von umgerechnet rund 137 Millionen Euro erlitten, urteilte Richter Rodion Kirejew am Dienstag nach Medienangaben. Ein Strafmaß nannte er zunächst nicht. Timoschenko wirft Präsident Viktor Janukowitsch vor, seine Gegenspielerin politisch kaltstellen zu wollen. Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat nach Überzeugung der Justiz während ihrer Amtszeit ihre „Machtbefugnisse klar überschritten“. Sie habe ihren Posten zu „kriminellen Zwecken“ eingesetzt, sagte der Richter bei der Urteilsverkündun. Ein Strafmaß gegen Timoschenko, die wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht stand zunächst noch aus.

Der Prozess war international scharf kritisiert worden.

Kurz vor der Verkündung des Urteils gegen Julia Timoschenko haben in Kiew hunderte Menschen für die Freilassung der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin demonstriert. „Freiheit für Julia“ und „Nieder mit den Banditen“ riefen Timoschenkos Unterstützer am Dienstagmorgen vor dem Gericht in Kiew. Viele hatten dort ihre Zelte aufgeschlagen. Zudem waren hunderte Polizisten vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Die Oppositionspolitikerin steht seit Ende Juni wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht.

Die Anklage forderte sieben Jahre Haft, die Verteidigung plädierte auf Freispruch.

( dpa/AFP/nbo )

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