Horn von Afrika

Deutsche Marine schenkt Piraten Schlauchboot

Vor der somalischen Küste festgenommene Seeräuber wurden offenbar von der Bundesmarine verpflegt und anschließend wieder freigelassen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Bei der EU-Militärmission „Atalanta“ gegen Piraten am Horn von Afrika werden festgesetzte Seeräuber offenbar mit Essen und Booten versorgt. Das berichtet die „Bild am Sonntag“ . Demnach wurden auf der deutschen Fregatte „Köln“ mehrere Verdächtige festgesetzt. Sie seien erkennungsdienstlich erfasst und von einem Marine-Stabsarzt untersucht worden. Anschließend hätten sie ein Essenspaket mit Weißbrot, Käse und Wurst sowie mehrere Flaschen Wasser erhalten.

Nahe der somalischen Küste seien die Piraten wieder von Bord gegangen. Dazu habe ihnen die Besatzung ein altes Marine-Schlauchboot mit Außenbordmotor überlassen. Aus Marinekreisen heißt es: „Eine gerichtliche Verfolgung ist schwierig, weil keine Nation Piraten annimmt.“

Der Grünen-Verteidigungsexperte Omid Nouripour forderte, EU und Bundeswehr müssten eindeutig klären, wie mit verdächtigen Piraten und Tätern umgegangen werden soll. „Denn sonst wird der Einsatz absurd“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Das ist für die Soldaten frustrierend und für die Steuerzahler teuer.“