Aufruhr im Emirat

Oppositionsanhänger stürmen Parlament in Kuwait

Zu Hunderten brachen sie durch das Tor des Parlaments: Kuwaitische Oppositionsanhänger fordern den Rücktritt ihres Premiers. Der ordnete eine Krisensitzung an.

In Kuwait haben Hunderte von Oppositionsanhängern nach einer Demonstration gegen den Regierungschef das Parlamentsgebäude gestürmt.

Wie Medien in dem Emirat berichteten, brachen sie am Mittwochabend das Tor vor dem Parlamentsgebäude in Kuwait-Stadt auf und drangen in das Gebäude ein.

Die Demonstranten, die von einigen Abgeordneten der Opposition begleitet wurden, sangen im Plenarsaal die Nationalhymne und zogen dann wieder ab. Einige von ihnen riefen: „Das Volk will den Sturz des Ministerpräsidenten.“

Zuvor hatten sie den Berichten zufolge vor der Residenz von Ministerpräsident Scheich Nasser al-Mohammed al-Sabah demonstriert.

Abgeordnete sollen bestechlich sein

Sie werfen dem Mitglied der Herrscherfamilie unter anderem vor, nichts gegen die Korruption in dem ölreichen Emirat zu unternehmen. Angeblich sollen auch Abgeordnete Bestechungsgelder angenommen haben.

Der Versuch der Demonstranten, zur Residenz des Regierungschefs zu ziehen, sei von der Polizei mittels Schlagstockeinsatz verhindert worden, berichteten lokale Medien.

Nach dem Sturm von Demonstranten auf das Parlamentsgebäude in Kuwait kam die Führung des Emirats zu einem Krisentreffen zusammen.

Eine für Donnerstagmorgen vorgesehene Parlamentssitzung sei wegen der Schäden im Plenarsaal abgesagt worden, meldete die Nachrichtenwebsite Al-Aan.

Auch Emir nahm an der Sitzung teil

An der Sitzung nahm auch der kuwaitische Emir Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah teil, wie lokale Medien berichteten.

Der Emir kann die Auflösung des Parlaments und der Regierung anordnen. Der Ministerpräsident von Kuwait ist der Neffe des Emirs.

Einige Oppositionelle hätten sich im Büro eines Abgeordneten getroffen, um ihr weiteres Vorgehen zu besprechen.

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