Assad-Regime

Deserteure greifen syrischen Geheimdienst an

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Mutmaßliche Deserteure nehmen mehrere Militärbasen bei Damaskus ins Visier. Auch ein Geheimdienstgebäude wird attackiert.

In Syrien haben mutmaßliche Deserteure mehrere Angriffe auf Militäreinrichtungen von Präsident Baschar al-Assad gestartet. Bei der größten Offensive habe man ein vom syrischen Geheimdienst betriebenes Anwesen im Vorort Harasta ins Visier genommen, erklärte die "Freie Syrische Armee" in einer Stellungnahme.

Auch Militärstützpunkte in den Vororten Duma, Kabun, Arabeen und Sakba seien attackiert worden. Zu derartigen Vorfällen bei Damaskus kam es bislang selten. In der Vergangenheit haben sich Kämpfe zwischen Soldaten und mutmaßlichen Deserteuren auf die Provinzen Idlib und Daraa sowie auf die Protesthochburg Homs konzentriert.

Geheimdienst von drei Seiten angegriffen

Ein Vertreter der syrischen Opposition erklärte, die Deserteure hätten die Geheimdiensteinrichtung in Harasta von drei Seiten angegriffen. Dabei kamen demnach Maschinengewehre und raketenbetriebene Granaten zum Einsatz. Das Verwaltungsgebäude sei beschädigt worden.

Ein nahegelegenes Gebäude, in dem Gefangene inhaftiert sind, hätten die Angreifer bewusst nicht ins Visier genommen. Berichte über Verletzte oder Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Die syrische Regierung hat jegliche unabhängige Beobachtung verhindert und die meisten ausländischen Journalisten ausgesperrt. Deshalb sind Berichte von Aktivisten und Augenzeugen die wichtigsten Quellen.

Mehrere Tote in der Provinz Hama

Unterdessen wurden nach Angaben von Aktivisten vier Menschen in der Provinz Hama getötet, nachdem sie von Regierungstruppen aus dem Hinterhalt angegriffen wurden. Unter den Getöteten waren drei Deserteure, wie das in London ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte berichtete.

Das örtliche Koordinationskomitee sprach von drei Todesopfern.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind beim Vorgehen des Regimes gegen seine Gegner bisher 3500 Menschen getötet worden. Der November war mit mehr als 300 Toten laut Aktivisten bisher der blutigste Monat.

Frankreich ruft Botschafter aus Syrien zurück

Frankreich beorderte angesichts von Angriffen auf französische Vertretungen seinen Botschafter nach Paris und schloss die Konsulate in den Städten Aleppo und Latakia. Die "neue Gewalt" in Syrien habe ihn zu diesem Schritt gezwungen, sagte Außenminister Alain Juppé.

Die beiden Konsulate waren am Wochenende ebenso wie die diplomatischen Vertretungen anderer Länder von Assad-Anhängern dangegriffen worden. Das französische Außenministerium bestellte deshalb bereits am Sonntag die syrische Botschafterin in Paris, Lamia Schakkur, ein.

Die regierungstreuen Demonstranten hatten mit den Angriffen auf den vorläufigen Ausschluss Syriens aus der Arabischen Liga reagiert. Der syrische Außenminister Walid Muallem entschuldigte sich am Montag für die Gewalt.

( dapd/mcz )

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