Guatemala-Wahl

"Wir müssen die Kartelle ausbremsen"

Der neu gewählte Präsident Guatemalas, Otto Pérez Molina, sagt der Kriminalität den Kampf an. Im Interview mit Morgenpost Onlineerklärt er, wie er die Gewalt in den Griff bekommen möchte.

Morgenpost Online: Guatemala hat mit hoher Armut und hoher Kriminalität zu kämpfen. Was ist aus Ihrer Sicht das dringendste Problem, das Sie als Erstes angehen werden?

Molina: Zuerst will ich die Sicherheitslage verbessern. Nötig dafür ist eine ganze Palette von Maßnahmen, damit die Guatemalteken bereits in den ersten drei Monaten Veränderungen spüren.

Morgenpost Online: Die Kartelle haben das Land fest im Griff. Ist in Guatemala ein Drogenkrieg wie in Mexiko zu erwarten?

Molina: Nicht unbedingt, unsere Länder sind sehr unterschiedlich. Ich gehe davon aus, dass man das anders machen kann. Hier stecken die Kartelle noch in den Kinderschuhen. Aber wenn wir sie nicht ausbremsen, werden wir bald vergleichbare Zustände wie in Mexiko haben.

Denn in den letzten Jahren haben die Drogenbosse zahlreiche Ländereien in Guatemala gekauft und ihren Einfluss immer weiter ausgedehnt. Aber wir wissen ziemlich genau, wo sie sind und wie sie operieren. Daher brauchen wir keinen frontalen Krieg, sondern eine gute Aufklärung, um die wichtigsten Köpfe und die Mörderbanden festzunehmen, die für die Massaker verantwortlich sind.

Morgenpost Online: Sie kündigen eine „Politik der harten Hand“ an. Schon während des Bürgerkriegs sollen Sie entschlossen gegen Ihre Gegner vorgegangen sein. Menschenrechtler sprechen von Terror und Todesschwadronen.

Molina: Man hat mir oft meine Vergangenheit vorgeworfen, aber nie etwas nachweisen können. Die jetzige Regierung hat verzweifelt versucht, auf diese Weise meine Kandidatur zu verhindern – es ist ihr aber nie gelungen. In jedem Krieg gibt es Exzesse auf beiden Seiten, da ist Guatemala keine Ausnahme.?

Morgenpost Online: Und welche Garantien geben Sie, dass sich so etwas nicht wiederholt?

Molina: Meine Idee ist die Einrichtung einer Institutionen-übergreifenden Task-Force. In dieser sollen Polizei, Militär, Staatsanwälte und Geheimdienstler vertreten sein.

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