Geheimdienst Mossad

Die Uhr für einen Militärschlag gegen Iran tickt

Angespannt wartet die internationale Gemeinschaft auf den Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA am kommenden Dienstag. Sollte der Bericht „spektakuläre Neuigkeiten bringen, dass Iran tatsächlich in absehbarer Zeit die Atombombe besitzt", könnte Israel zu einem Militärschlag ausholen.

Die Uhr für einen Militärschlag gegen den Iran wegen seiner vermutlichen Bemühungen zum Bau einer Atombombe beginnt zu ticken. Das sagte ein Mitglied des israelischen Geheimdienstes Mossad am Freitag. Der Ausgang der hektischen Beratungen der israelischen Regierung sei allerdings „noch völlig offen“ . Der Mossad-Mitarbeiter wies darauf hin, dass „komplette Angriffspläne“ in Israel, Großbritannien und in den USA vorlägen. CIA-Kreise in Washington bestätigten diese Annahme.

„Wir warten gespannt und nervös auf den Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA über die neuesten Erkenntnisse der Inspektoren“, unterstrich der Angehörige des Mossad. Der Report, der am nächsten Dienstag in Wien vorgestellt werden soll, wird die Ergebnisse der Untersuchungen der letzten sieben Jahre über das iranische Atomprogramm enthalten. Teheran hat stets beteuert, seine Atomanlagen würden nur friedlichen Zwecken dienen und nicht dem Bau einer Atombombe. Der Westen ist schon immer gegenteiliger Meinung.

"Bei spektakulären Neuigkeiten wird es eng“

Sollte der Bericht der Inspektoren „spektakuläre Neuigkeiten bringen, dass Iran tatsächlich in absehbarer Zeit die Atombombe besitzt, wird es sehr eng“, erläuterte der Mossad-Vertreter. Die britische Tageszeitung „The Guardian“ hatte berichtet, dass Teheran innerhalb von zwölf Monaten „die Bombe haben wird“ . Die Wiener Behörde hatte bereits im September wissen lassen, dass Teheran leistungsfähigere Zentrifugen, ein wichtiges Element des atomaren Anreicherungsprogramms, an einen neuen Ort verlegt, nach Fordow nahe der heiligen Stadt Ghom. Damit wolle der Iran seine Nuklearentwicklungen beschleunigen, heißt es in Tel Aviv.

Fordow liegt südlich von Teheran in einem schwer zugänglichen und hoch gesicherten gebirgigen Komplex. Die Anlage wurde tief unter der Erdoberfläche gebaut. Solange die iranischen Spezialisten dabei sind, die Zentrifugen nach Fordow zu verlegen, gebe es vielleicht noch eine Chance, die Nukleareinrichtung anzugreifen, schilderte ein Mossad-Experte. Er lehnte jedoch jede Auskunft über Einzelheiten einer möglichen Attacke „kategorisch“ ab. Es würde sich „wohl um einen begrenzten Angriff handeln“. Dieses „Zeichen“ würde in Teheran „einschlagen und den Iran zur Vernunft bringen“. Teheran hat Israel schon vor einer „Apokalypse“ gewarnt.

Netanjahu lässt keine Zweifel

Mossad-Kreise wiesen darauf hin, dass Israel sich nicht reinreden lassen were, wenn es sich entschließt, gegen Iran vorzugehen. „Einen Aufschrei der Araber erwarten wir nicht, weil sie mehr Angst haben vor einem Iran mit Atomwaffen als vor Israel“, sagte ein Mossad-Vertreter. Sollte nämlich Teheran die Atomwaffe besitzen, würde es die gesamte nahöstliche Region von seiner Vormachtstellung aus „beherrschen“.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat zu keiner Zeit einen Zweifel daran gelassen, dass er den Iran den Weg zur Nuklearmacht „nicht widerstandslos gehen lassen will“. Iran werde nicht in den Besitz von Atomwaffen kommen. „Das schließt alles Notwendige ein, um das auch durchzuführen“, hatte Netanjahu immer wieder erklärt.

Agenten des Mossad wiesen auf die Exempel hin, die Israel bereits in zwei Fällen statuiert hat. Im Juni 1981 flogen in aller Heimlichkeit acht F-16-Kampfbomber die 900 Kilometer von Israel in den Irak und zerstörten den Osirak-Reaktor des Diktators Saddam Hussein. Das zweite Mal schlug Israel mit einer geheimen Kommandoaktion am 6. September 2007 in Syrien zu. Israelische Kampfflugzeuge vernichteten im Osten des Landes eine Nuklearanlage, die Syrien nach Angaben von Mossad-Vertretern zusammen mit Nordkorea bauen wollte.

Die Israelis haben bereits mehrfach mit Langstreckenflugzeugen einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen geübt, war aus Kreisen des Mossad zu erfahren. Gerade berichtete die israelische Luftwaffe von einem erfolgreichen Training für Einsätze gegen weit entfernte Ziele. Auch neue Raketensysteme wurden getestet.

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