Deserteure

Syrien vermint Grenze zum Libanon

Die syrische Führung will offenbar verhindern, dass Flüchtlinge das arabische Land über die Grenze zum Libanon verlassen. Zeugen im libanesischen Serhanije beobachten am Dienstag, wie syrische Soldaten die Grenzanlagen zu dem Nachbarland verminten.

Foto: dpa / dpa/DPA

Die syrische Armee vermint Abschnitte der Grenze zum Libanon. Zeugen im libanesischen Serhanije beobachten, wie syrische Soldaten am Dienstag mehrere Minen in der Nähe der Grenzanlage vergruben. Seit Beginn der Proteste in Syrien haben zahlreiche Flüchtlinge das Land in Richtung Libanon und Türkei verlassen. Von syrischer Seite hieß es, die Landminen sollten den Waffenschmuggel aus dem Libanon eindämmen. Seit sieben Monaten protestieren Aufständische in Syrien gegen das Regime von Baschar Assad.

Die syrische Führung will indes nicht auf die Forderungen der Arabischen Liga nach einem Ende des Militäreinsatzes gegen die Protestbewegung eingehen. Trotzdem bemüht sich das Regime von Präsident Baschar al-Assad, den Gesprächsfaden mit den arabischen Regierungen nicht abreißen zu lassen.

Der algerische Außenminister Murad Medelsi äußerte laut der staatlichen algerischen Nachrichtenagentur die Hoffnung, bis zur nächsten Sondersitzung der arabischen Außenminister am Mittwoch in Kairo eine Einigung mit Syrien zu erreichen. Die regierungsnahe syrische Tageszeitung „Al-Watan“ schrieb Dienstag, Damaskus wolle den arabischen Außenministern Vorschläge unterbreiten. Dem Vernehmen nach fordert Assad auch, „dass der Medienkrieg gegen Syrien beendet wird“.

Ein Treffen zwischen Syriens Außenminister Walid al-Muallim und einer Gruppe arabischer Außenminister unter Leitung des katarischen Ministers Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani war am Montagabend ohne Ergebnis beendet worden. Die Minister hatten von Syrien gefordert, die Armee aus den Protesthochburgen abzuziehen, alle mutmaßlichen Regimegegner freizulassen und in Kairo einen Dialog mit der Opposition zu beginnen. Die syrische Seite stimmte diesem Forderungskatalog zunächst nicht zu und verlangte Änderungen.

Die Protestbewegung schätzt, dass seit Beginn der Demonstrationen gegen Assad im vergangenen März bereits mehr als 4000 Menschen getötet wurden. Die syrische Führung bezeichnet die Regimegegner als „bewaffnete Terrorbanden“.