Geheimdienst

Pakistan belauschte deutsche Sicherheitskräfte

Deutsche Polizisten sollen in Afghanistan vom pakistanischen Geheimdienst ausspioniert worden sein. Das soll der Bundesnachrichtendienst BND aufgedeckt haben. Das Bundesinnenministerium dementiert.

Der Bundesnachrichtendienst BND hat einem Pressebericht zufolge einen Spionageangriff des pakistanischen Geheimdienstes ISI auf deutsche Sicherheitskräfte in Afghanistan aufgedeckt. Es seien Informationen durch ein Sicherheitsleck beim „German Police Project Team“ (GPPT) abgeflossen, das seit 2002 afghanische Polizisten ausbildet, berichtete die „Bild am Sonntag“. Damit hätten private Telefongespräche in die Heimat, Meldungen an das Bundesinnenministerium, militärische Einsatzbefehle sowie komplette Namenslisten der Bundespolizisten vom pakistanischen Geheimdienst mitgelesen werden können. Rund 180 Polizisten in den Einsatzgebieten Kabul, Mazar-e-sharif, Kundus und Feyzabad wurden danach ausgeforscht.

Betroffen sind dem Zeitungsbericht zufolge mutmaßlich weitere Sicherheitskräfte in Afghanistan. Die deutschen Polizisten kommunizierten nicht nur mit dem Bundeswehr-Kontingent, sondern hielten über zwei Verbindungsbüros auch direkten Kontakt zu den Stäben der US-Truppen sowie der Nato. Durch die engen Kontakte zwischen dem pakistanischen Geheimdienst und den Taliban seien sensible Daten womöglich an die Aufständischen weitergegeben worden, berichtete die Zeitung unter Hinweis auf Sicherheitskreise. Der Lauschangriff sei zudem dadurch erleichtert worden, dass die deutschen Polizeibeamten in Afghanistan auch aus Kostengründen über ungeschützte Leitungen kommuniziert hätten.

Das Bundesinnenministerium hat den Medienbericht am Sonntag zurückgewiesen. „Nach unseren Erkenntnissen liegen und lagen dem pakistanischen Geheimdienst kein E-Mail-Verkehr des GPPT vor“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Berlin. Auch die in Zeitungsbericht angeführte BND-Warnung habe es in dieser Form nicht gegeben. Bei einer rountinemäßigen Sicherheitsüberprüfung vom 13. bis 23. September hätten sich keine Sicherheitslücken ergeben.

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