Kampf gegen Islamisten

Pakistan warnt USA vor Einmarsch nach Waziristan

Der pakistanische Armeechef ist offenbar wütend über angebliche Versuche der USA, den Kampf gegen Islamisten in Waziristan zu forcieren.

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Der pakistanische Armeechef, General Ashfaq Kayani, hat die USA Berichten zufolge vor einem Einmarsch nach Waziristan im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet gewarnt. Die USA müssten darüber zehnmal nachdenken, denn Pakistan sei nicht der Irak oder Afghanistan, soll Kayani vor Abgeordneten gesagt haben.

Amerika solle sich besser darauf konzentrieren, Afghanistan zu stabilisieren, anstatt Pakistan zu einem schärferen Vorgehen gegen Extremisten in der Grenzregion Waziristan zu drängen. Sein Land entscheide allein, ob es eine militärische Aktion durchführe.

Zuvor hatten pakistanische Medien berichtet, Hunderte von US-Soldaten seien an der Grenze aufmarschiert. Dies wurde allerdings von US-amerikanischer Seite nicht bestätigt.

Aus Afghanistan war die Nachricht gekommen, afghanische Sicherheitskräfte planten zusammen mit Nato-Truppen einen neuen Schlag gegen das mit den Taliban verbündete islamistische Haqqani-Netzwerk .

Nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden durch US-Einheiten in Pakistan im Mai hatten sich die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA deutlich abgekühlt. Der pakistanische Geheimdienst verweigerte vorübergehend die Zusammenarbeit mit den USA. Vor einigen Tagen soll die Kooperation jedoch wieder aufgenommen worden sein.

Westlichen Geheimdiensten zufolge ist Nord-Waziristan Rückzugsraum für Islamisten. Viele glauben, die pakistanische Regierung gehe nicht mit voller Härte gegen diese vor.