Nach Anschlag in Bosnien

Serbische Polizei nimmt 17 Islamisten fest

Nach dem Angriff auf die US-Botschaft in Sarajevo nimmt eine Anti-Terror-Einheit im Nachbarland Serbien Mitglieder einer islamistischen Gruppe fest.

Nach den Schüssen vor der US-Botschaft in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo hat die Polizei im Nachbarland Serbien 17 Menschen festgenommen. Sie alle stünden „in irgendeiner Weise“ mit dem mutmaßlichen islamistischen Schützen vom Freitag in Verbindung, sagte der Polizeichef des Landes dem Privatsender B92.

Innenminister Ivica Dacic sagte der Nachrichtenagentur Tanjug, die Festnahmen seien am frühen Samstagmorgen bei einem Einsatz gegen die islamistische Wahhabiten-Bewegung erfolgt. Die 17 Festgenommenen, darunter ein Bosnier, wurden demnach in der muslimisch geprägten Region Sandzak im Südwesten von Serbien gefasst.

Serbischer Islamist hatte Feuer auf US-Botschaft eröffnet

Bei Durchsuchungen beschlagnahmte die Polizei nach eigenen Angaben unter anderem mehrere Computer, CDs, Handys sowie Audio- und Videomaterial. Die Festnahme weiterer Verdächtiger werde geprüft.

In der Hauptstadt des benachbarten Bosnien-Herzegowina hatte am Freitag ein Mann mit einem Sturmgewehr das Feuer auf die amerikanische Vertretung eröffnet. Ein Polizist und der Schütze wurden bei dem anschließenden Schusswechsel verletzt. Die Behörden sprachen von einem Terroranschlag.

Der mit einer Kalaschnikow bewaffnete Mann sei aus einer Straßenbahn gestiegen und habe das Feuer auf die Botschaft eröffnet, sagte Alija Behmen, Bürgermeister von Sarajevo. Augenzeugen berichteten im Fernsehen, der Mann habe Passanten angewiesen, aus dem Weg zu gehen. Er habe es nur auf die Botschaft abgesehen. Ein Polizist, der die Botschaft bewachte, wurde angeschossen.

Botschafts-Mitarbeiter blieben unverletzt

Die Sicherheitskräfte konnten den Täter schließlich umstellen. Nach etwa 30 Minuten fiel der Schütze von einem einzelnen Schuss getroffen zu Boden. Die Polizei nahm den Verwundeten fest und fuhr ihn in einem Krankenwagen weg. Hinter Gebäuden und Autos versteckt, beobachteten Schaulustige den Vorfall. Die US-Botschaft teilte mit, keiner der Beschäftigten sei verletzt worden.

Eine Krankenhaussprecherin sagte, der Schütze habe eine leichte Verletzung am Bein und werde die Nacht im Krankenhaus verbringen, bevor er der Polizei übergeben werde. Das bosnische Fernsehen berichtete, der Mann sei Serbe und Anhänger des Wahhabismus, einer ultrakonservativen islamischen Strömung. Diese Bewegung innerhalb des sunnitischen Islam ist vor allem in Saudi-Arabien vertreten