Geringe Wahlbeteiligung

Nur die Hälfte aller Iren wählt neuen Präsidenten

Der Menschenrechtsaktivist und Dichter Michael Higgins ist als Favorit aus der Präsidentenwahl in Irland hervorgegangen. Stimmenauszähler mehrerer politischer Parteien erklärten am Freitag, Higgins habe nach ersten Trends rund 40 Prozent der Stimmen erhalten.

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Die Iren haben wenig Interesse an der Wahl eines neuen Präsidenten gezeigt. An der Abstimmung am Donnerstag nahmen nach übereinstimmenden Umfragen irischer Medien nur rund 50 Prozent der mehr als drei Millionen Wahlberechtigten teil. Die Wahlbeteiligung lag damit deutlich unter der bei den Parlamentswahlen im März, als 70 Prozent der Iren abgestimmt hatten.

Wegen des komplizierten Auszählungsverfahrens in Irland wird ein Ergebnis erst am Samstag erwartet. Jedoch könnte es bereits nach dem vermutlich am Freitagabend beendeten ersten Auszählungsgang eine Vorentscheidung geben.Bei der Auszählung der Stimmen der Präsidentschaftswahl in Irland ist einem Fernsehbericht zufolge Michael Higgins von der Labour-Partei in Führung gegangen.

Der 70-jährige Dichter und frühere Kulturminister liege in den meisten Wahlbezirken vor dem Unternehmer Sean Gallagher, berichtete am Freitag der staatliche Fernsehsender RTE. Alle anderen Kandidaten seien abgeschlagen.

Higgins hatte während des mit harten Bandagen geführten Wahlkampfes lange Zeit in Führung gelegen, war dann aber von dem unabhängigen Bewerber Sean Gallagher überholt worden. Auf der Zielgeraden des Wahlkampfes war Gallagher jedoch mit einem Spendenskandal in Verbindung gebracht worden und geriet unter Druck.

Der Wahlsieger wird die Nachfolge von Präsidentin Mary McAleese antreten, die nach zwei siebenjährigen Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte. Wählerbefragungen im Auftrag des irischen Fernsehsender RTE hatten ergeben, dass 25 Prozent der Wähler sich noch in der vergangenen Woche umentschieden haben. Mehr als die Hälfte davon hätten sich von Gallagher abgewendet.