Ukraine und EU

Janukowitsch verlangt konkretes Beitrittsversprechen

Der ukrainische Präsident droht der EU: Sollte es keine Beitrittsperspektive geben, will er die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen aussetzen.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Annäherung zwischen der Ukraine und der Europäischen Union gerät in immer schwereres Fahrwasser. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch verlangte in einem Fernsehinterview von Brüssel ultimativ eine Beitrittsperspektive für sein Land.

Andernfalls erwäge er, die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit der EU auszusetzen, berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Unian. Ein festes Beitrittsversprechen lehnt Brüssel bislang ab.

Die EU hatte zuletzt einen für Donnerstag geplanten Besuch Janukowitschs in Brüssel abgesagt , bei dem Details des Assoziierungsabkommens verhandelt werden sollten.

Die Unterzeichnung ist derzeit für Dezember geplant. Die EU macht den ukrainischen Präsidenten jedoch für den Schuldspruch gegen Oppositionsführerin Julia Timoschenko verantwortlich und fordert deren Freilassung .

Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland zu sieben Jahren Gefängnis und einer Zahlung von umgerechnet 137 Millionen Euro verurteilt worden.

Oppositionspolitiker fürchten nun, dass Janukowitsch die Ukraine dauerhaft auf Kosten der eigenen Bevölkerung international isolieren könnte.

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