Solidarität

Libysche Kriegsopfer treffen in Deutschland ein

Deutschland hat erneut Verletzte aus Libyen zur Versorgung in Bundeswehrkrankenhäusern aufgenommen. Insgesamt waren am Dienstag 39 Kriegsopfer aus dem nordafrikanischen Land zur Behandlung in Deutschland eingetroffen.

Deutschland übt aktive Solidarität mit dem libyschen Volk: 39 Kriegsopfer aus dem nordafrikanischen Land sind am Dienstag zur medizinischen Behandlung in Deutschland eingetroffen. Eine Bundeswehrmaschine mit den Verletzten an Bord landete am Nachmittag auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn. Die Verwundeten wurden anschließend in Krankenhäuser nach Koblenz, Hamburg, Ulm und Berlin gebracht. Am Mittwoch sollten zudem Kriegsopfer aus Hamburg weiter nach Westerstede in Niedersachsen gebracht werden.

Die Bundesregierung hatte vor einer Woche angekündigt, Kriegsopfer aus Libyen nach Deutschland zur medizinischen Versorgung zu holen. „Auch diese Unterstützung ist ein Zeichen unserer Solidarität mit dem libyschen Volk“, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Dienstag.

Die nun eingetroffenen Verletzten sind dabei laut Westerwelle nur die erste größere Gruppe. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte vergangene Woche von 150 Verletzten gesprochen, die in Deutschland behandelt werden sollen. Seit Montag werden bereits fünf Verwundete aus Libyen in Hamburg behandelt.

Die Libyer stammen nach Angaben des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz aus Kliniken, die vom Übergangsrat kontrolliert werden. Sie müssen wegen Schuss- oder Splitterwunden beziehungsweise amputierten Gliedmaßen behandelt werden. Zuvor habe ein Team aus Medizinern der Bundeswehr in Tunesien die Verletzten besucht und entschieden, welchen in Deutschland am besten geholfen werden könne.

Ob es sich dabei um zivile Opfer oder Kämpfer handelte, war nach Angaben des Auswärtigen Amtes nicht relevant. „Ausschlaggebend war die Schwere der Verletzungen und nicht das politische Lager“, sagte eine Sprecherin. Es sei schließlich eine humanitäre Aktion. Bei der Aktion werde aber eng mit der Übergangsregierung zusammengearbeitet.

Im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz werden beispielsweise etwa zehn Personen behandelt. Wie lange die Libyer letztlich in Deutschland blieben, hängt vom Genesungsverlauf ab.