Hilfsangebot

Erste libysche Verletzte in Hamburg angekommen

Mehrere Männer sind für medizinische Behandlungen nach Deutschland geflogen worden. In Libyen hingegen dringen Kämpfer der neuen Führung in umkämpftes Bani Walid ein.

Foto: AFP

Nach einem Hilfsangebot der Bundesregierung an Libyen sind einem Zeitungsbericht zufolge die ersten Verletzten zur Behandlung in Deutschland eingetroffen. Fünf Männer im Alter von 23 bis 30 Jahren seien am Sonntagabend in Hamburg gelandet, berichtete die „Bild“-Zeitung. In Libyen nahmen Kämpfer der neuen Führung den Kampf um die Stadt Bani Walid wieder auf und drangen bis ins Stadtzentrum vor.

Die in Deutschland eingetroffenen verletzten Libyer erlitten dem Bericht zufolge Schussverletzungen an der Wirbelsäule. Ursprünglich war angekündigt worden, dass am Dienstag 40 Verletzte aus Libyen nach Deutschland gebracht werden sollten. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte in der vergangenen Woche bei einem Besuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis Hilfe für bis zu 150 Verletzte zugesagt.

Erfolge im Kampf um die Stadt Bani Walid

Nach Angaben des Auswärtigen Amts sollen die Verletzten in Bundeswehrkrankenhäusern behandelt werden. Auch der Transport der Verwundeten wird demnach von der Bundeswehr übernommen. Die Hilfe werde auf Bitten des Übergangsrats in Libyen geleistet, erklärte das Ministerium.

Im Kampf um die Stadt Bani Walid, den die Kämpfer der neuen Führung am Sonntagmorgen nach einwöchiger Pause wieder aufgenommen hatten, meldete der Übergangsrat erste Erfolge. „Unsere Männer waren heute Nachmittag in der Stadt“, sagte Dschamal Salem vom Nationalen Übergangsrat. Sie seien jedoch auf „harten Widerstand“ getroffen.

Gaddafi ist weiterhin auf der Flucht

Nach Angaben eines weiteren Vertreters des Rats drangen sie bis ins Zentrum von Bani Walid vor.

Die rund 170 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegene Wüstenstadt ist eine der letzten Hochburgen des gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi und wird von etwa 1500 seiner Anhänger kontrolliert. Die Kämpfer setzten bei ihrem Vormarsch nach eigenen Angaben schwere Artillerie ein, in Bani Walid seien jedoch überall Scharfschützen postiert gewesen.

Drei Kämpfer der neuen Führung seien getötet worden, sagte der örtliche Kommandeur Mussa Junes. Der Übergangsrat hatte in Tripolis Ende August die Macht übernommen. Der gestürzte Machthaber Gaddafi ist weiterhin auf der Flucht.

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