Deutsche Steuerfahndung

Geldwäscheverfahren gegen Chodorkowski

Der inhaftierte russische Unternehmer Chodorkowski, einst reichster Mann Russlands, soll in Frankfurt am Main bei einer Schweizer Bank bis zu 20 Millionen Euro angelegt haben.

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Ermittlungen gegen deutsche Steuerhinterzieher sollen laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zu einem Konto des inhaftierten russischen Unternehmers Michail Chodorkowski in Deutschland geführt haben.

Deshalb sei schon vor Monaten ein Strafverfahren wegen des Anfangsverdachts der Geldwäsche gegen Chodorkowski eingeleitet worden, hieß es in dem am Freitag vorab verbreiteten Beitrag in der Wochenendausgabe der Zeitung unter Berufung auf hessische Justizkreise. Eine Bestätigung war dafür am Freitag nicht zu erhalten.

Dem Bericht zufolge nahm das Verfahren seinen Ausgang offenbar in Münster, wo Fahnder eine CD mit Kundendaten der Schweizer Bank Julius Bär ausgewertet haben. Bei einer Durchsuchung in der Europazentrale der Bank in Frankfurt am Main seien die Ermittler dann auf eine Kundenakte Chodorkowskis gestoßen, hieß es. Er soll bei der Bank 15 bis 20 Millionen Euro angelegt haben – auf seinen Namen und den von Angehörigen.

Chodorkowski war einst der reichste Mann Russlands. Er sitzt seit 2003 in Haft. Kurz vor Ende dieser Strafe wurde er dann im Dezember vergangenen Jahres für schuldig befunden worden, Öl im Wert von 25 Milliarden Dollar (17,8 Milliarden Euro) von drei Tochterfirmen seines Ölkonzerns Jukos gestohlen zu haben. Nach diesem Urteil muss er noch bis 2016 in Haft bleiben.

Das Urteil wurde international scharf kritisiert. Als treibende Kraft hinter der Verurteilung wird von Oppositionellen der russische Ministerpräsident und ehemalige Staatspräsident Wladimir Putin vermutet. Chodorkowski galt als politische Bedrohung für Putin, der zum Zeitpunkt von Chodorkowskis Festnahme 2003 Präsident war.