Obama

USA ziehen bis Ende 2011 ihre Truppen aus Irak ab

Der Einsatz der Amerikaner im Irak steht vor dem Abschluss. Die USA werden alle ihre Truppen bis Ende des Jahres abziehen. Das kündigte US-Präsident Barack Obama an.

Mit der Ankündigung des Abzugs aller US-Truppen aus dem Irak hat US-Präsident Barack Obama am Freitag einen Schlussstrich unter den Irak-Krieg gezogen. Alle US-Truppen würden bis zum Jahresende aus dem Land abgezogen, erklärte er am Freitag in Washington. In seiner Ansprache verschwieg Obama allerdings die monatelangen fruchtlosen Verhandlungen über einen Verbleib von US-Truppen im Irak. Gerne hätten die USA einen Teil ihrer Truppen zur Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte und als Faustpfand gegen Einflussnahme aus dem Iran im Land belassen.

Stattdessen sprach Obama von dem gehaltenen Versprechen. „Ich kann berichten, dass wie versprochen die restlichen Truppen im Irak bis Jahresende nach Hause kommen werden“, sagte Obama. „Nach fast neuen Jahren wird Amerikas Krieg im Irak zu Ende sein“, erklärte der Präsident nach einer privaten Videokonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki.

Derzeit sind noch fast 40.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Seit der Invasion des Landes im März 2003 wurden mehr als 4400 US-Militärangehörige getötet. Der Abzug der USA bis Ende 2011 war noch 2008 unter seinem Vorgänger George W. Bush vereinbart worden. Obama hatte sich von Beginn an gegen den Irak-Einsatz ausgesprochen und ein Ende des Krieges seit seinem Amtsantritt forciert. Im August 2010 erklärte er bereits das Ende des Kampfeinsatzes im Irak.

In den vergangenen Monaten verhandelten Washington und Bagdad jedoch intensiv über einen möglichen Verbleib von mehreren Tausend US-Soldaten im Irak. Allerdings weigerte sich die irakische Regierung beständig den US-Streitkräften die verlangte Immunität zuzubilligen, wie sie sonst nur Diplomaten genießen. Die USA wollten allerdings keinesfalls auf diese Garantie verzichten.

Ohnehin war die irakische Regierung gespalten. Als 2008 der Abzug vereinbart wurde, ging man aufseiten der USA davon aus, dass der Abzugsplan im Laufe der Zeit neu verhandelt werden würde. Wiederholt äußerte sich Washington dementsprechend, man halte den Irakern das Angebot offen, ein kleineres Kontingent von US-Soldaten im Irak stationiert zu lassen, falls der Irak amerikanische Hilfe in Anspruch nehmen wolle.

Die USA waren im Frühjahr 2003 in den Irak einmarschiert und hatten Machthaber Saddam Hussein gestürzt.

Obama nutzte die Ansprache auch, um die Aufmerksamkeit auf ein Politikfeld zu lenkten, das derzeit wohl ohnehin die meisten Amerikaner mehr interessiert als der Irak: die Wirtschaft. „Nach einem Jahrzehnt der Kriege ist die Nation, die wir aufbauen müssen und die wir aufbauen werden, unsere Eigene. Ein Amerika, das genauso die Wiederauferstehung seiner wirtschaftlichen Stärke erleben wird, wie es erlebt hat, wie wir seine weltweite Führungsposition wieder eingenommen haben.“

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