Militäreinsatz

Türkei macht weiter Jagd auf PKK-Kämpfer

Nach den Angriffen auf einen türkischen Militärposten sind noch immer 10.000 Soldaten auf der Suche nach versteckten PKK-Kämpfern im Südosten Anatoliens. 21 Kämpfer sollen bereits durch die Militäroffensive getötet worden sein.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die türkische Armee hat ihre Angriffe auf Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Südosten des Landes und im Nordirak am Freitag fortgesetzt. Bereits in der Nacht starteten mehrere Kampfjets vom Luftwaffenstützpunkt in der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Diyarbakir im Südosten Anatoliens. Nach offiziellen Angaben sind insgesamt rund 10.000 türkische Soldaten im Nordirak eingesetzt, 21 PKK-Kämpfer seien bei der Offensive bisher getötet worden.

In der Provinzhauptstadt Hakkari nahe der Grenze zum Irak, wo PKK-Rebellen am Dienstag 26 türkische Soldaten getötet und 18 weitere verletzt hatten, waren Schüsse und Hubschrauber zu hören.

Die kurdenfreundliche Nachrichtenagentur Firat News berichtete, bereits am Vorabend sei eine „kleine Gruppe“ türkischer Soldaten in die nordirakische Gebirgsregion Haftanin eingedrungen, die von der PKK kontrolliert wird.

Die Angriffe vom Dienstag hatten zu den zweitschwersten Verlusten der türkischen Armee geführt , seitdem die PKK im Jahr 1984 den bewaffneten Kampf gegen die Türkei aufgenommen hatte. Staatschef Abdullah Gül kündigte „schreckliche Rache“ an. Die türkische Armee flog daraufhin zunächst Luftangriffe. Am Donnerstag begann sie einen Einsatz mit Bodentruppen.

Nach neuen Angaben türkischer Medien sind rund 10.000 Soldaten im Einsatz. Die PKK verfügt nach Angaben der türkischen Regierung im Norden des Iraks über etwa 2000 Kämpfer. Das Militär teilte mit, die Boden- und Luftoffensive finde „hauptsächlich“ auf türkischem Territorium statt.

Die Truppen seien lediglich „an einige Stellen auf der anderen Seite der Grenze im Nordirak“ im Einsatz. Die PKK wird sowohl von Ankara als auch von einem Großteil der Weltgemeinschaft als Terrororganisation eingestuft. In ihren gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Türkei kamen bislang rund 45.000 Menschen ums Leben.