Anwar al-Awlaki

USA bestätigen Tod von Al-Qaida-Anführer im Jemen

Knapp fünf Monate nach Al-Qaida-Chef Obama bin Laden ist offenbar ein weiterer Anführer des Terrornetzwerkes getötet worden. Der von den USA als einer der meistgesuchten Terroristen eingestufte radikale Islamist Anwar al-Awlaki sei im Jemen ums Leben gekommen, heißt es vonseiten der USA.

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Der Prediger soll bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sein.

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Die US-Regierung hat nach einem Bericht der Tageszeitung „New York Times“ den Tod des Al-Qaida-Predigers Anwar al-Awlaki bestätigt. Unklar sei aber weiterhin, ob jemenitische Truppen oder US-Spezialkräfte den 40-Jährigen getötet haben, berichtete das Blatt am Freitag in seiner Online-Ausgabe unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter in Washington. Zuvor habe bereits das jemenitische Verteidigungsministerium in Sanaa den Tod eines der meistgesuchten Terroristen der Welt offiziell verkündet, hieß es.

Al-Awlaki gehört zu den führenden Predigern des Terrornetzwerkes al-Qaida. Er soll viele Terroristen zu Anschlägen angestachelt haben. Der Extremist wurde 1971 als Sohn jemenitischer Eltern in den USA geboren. Er besitzt die US-Staatsbürgerschaft. In seinen Hasspredigten hatte al-Awlaki mehrfach zur Tötung von Amerikanern aufgerufen. Die USA führen ihn auf einer schwarzen Liste von Terroristen, die „tot oder lebendig“ gefasst werden sollen.

Neben al-Awlaki seien weitere al-Qaida-Kämpfer ums Leben gekommen, hieß es in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums, die jedoch keine Angaben zu den Todesumständen machte. Nach Angaben der Stammesvertreter starb al-Awlaki bei einem Angriff von US-Kampfflugzeugen auf zwei Fahrzeuge in der Wüstenprovinz Marib im Osten des Jemen. „Die Attacke wurde von US-Flugzeugen ausgeführt“, hieß es. Die Kampfjets überflogen die Region demnach bereits seit einigen Tagen.

Den Angaben zufolge ereignete sich der Luftangriff am Vormittag. Demnach wechselte al-Awlaki in den vergangenen Wochen häufiger seinen Aufenthaltsort im Jemen. In die Provinz Marib müsse er „irgendwann während der vergangenen drei Wochen“ gekommen sein, sagte ein Stammesvertreter. Nach seinen Angaben hatten die jemenitischen Sicherheitskräfte seither ihre Suche nach Aulaqi in der Region verstärkt.

Der in den USA geborene al-Awlaki galt bislang als einer der Anführer von El Kaida auf der arabischen Halbinsel und soll mehrere Anschläge gegen die USA angezettelt haben. Unter anderem soll er mit dem palästinensischstämmigen US-Militärangehörigen Nidal Hasan in Verbindung gestanden haben, der im November 2009 im texanischen Fort Hood 13 Menschen erschoss.

Auch zu dem als „Unterhosenbomber“ bekannten Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab soll er Kontakt gehabt haben. Dieser hatte an Weihnachten 2009 kurz vor der Landung einer Passagiermaschine am Flughafen von Detroit versucht, einen in seiner Unterhose versteckten Sprengsatz zu zünden. Der Prozess gegen Abdulmutallab soll am Dienstag in Detroit beginnen.

Zuletzt hatten die USA Anfang Mai einen Angriff auf al-Awlaki ausgeführt, den Prediger jedoch verfehlt. Stammesvertreter sagten seinerzeit, er habe einen Raketenbeschuss seines Wagens in der südjemenitischen Provinz Schabwa unverletzt überlebt. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen griffen die USA Aulaqi damals mit Drohnen an.

Die US-Regierung stufte al-Awlaki bis zuletzt als einen der wichtigsten Führer des al-Qaida-Netzwerks auf der arabischen Halbinsel ein. Anfang April 2010 gab sie ihn zur gezielten Tötung frei, nachdem er in Videobotschaften zur Gewalt gegen die USA und US-Bürger aufgerufen hatte. Der Imam besaß neben der jemenitischen auch die US-Staatsbürgerschaft.